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Ein Gehen und Kommen

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Auch in den derzeit herausfordernden Zeiten läuft die im Jahr 2020 angelaufene Modernisierung unserer A320-Flotte planmässig weiter um unter anderem unsere ambitionierten Ziele für den Klimaschutz zu erreichen. Konkret bedeutet das, dass ältere Flugzeuge ausgeflottet und mit moderneren und treibstoffeffizienteren Flugzeugen ersetzt werden, wodurch wir unsere Umweltwirkung nachhaltig reduzieren können.

In diesem Zusammenhang hat uns vor kurzem unser 26-jähriger A320 HB-IJE verlassen und wird durch einen fabrikneuen A320neo ersetzt. Dieser Ausflottung gingen monatelange Vorbereitungen und teils herausfordernde Verhandlungen voraus:

Im Zeitraum zwischen 2021 und 2026 flotten wir insgesamt 14 A320 und sieben A321 aus. Von diesen 21 Flugzeugen sind sieben geleast. Die übrigen 14 gehören uns. Bevor jedoch ein Flugzeug zu seinem letzten Flug abheben kann, müssen unzählige Dokumente zusammengestellt und geprüft werden.

Der Umfang ist gigantisch – bei einem A320 sind dies knapp 7’000 Dokumente welche zusammen mit der Leasinggesellschaft (Lessor) geprüft und von ihr akzeptiert werden müssen. Dieser Prozess dauert in der Regel etwa drei Monate, kann aber je nach Kooperationsbereitschaft und Anforderungen des Lessors oder des künftigen Eigentümers auch um einiges länger dauern. Etwas einfacher wird es, wenn wir im kommenden Jahr Flugzeuge verkaufen werden, die in unserem Besitz sind.

Alle Logos müssen weg
Aber auch am Flugzeug selber gibt es im Vorfeld diverse Aufgaben zu erfüllen, um dieses für den Überführungsflug vorzubereiten. So muss das Flugzeug «neutralisiert» werden, sprich alle SWISS Logos an der Aussen- wie auch an der Innenseite werden übermalt oder entfernt. Zudem gilt es, die Zollformalitäten bereitzustellen und alle Überflugformalitäten zu klären.

Logo Entfernung
Das Ende einer 26jährigen Dienstreise für Swissair/SWISS. In Roswell wird die Registry vom Flugzeug entfernt.

Triebwerke von grossem Interesse
Während der Vorbereitungszeit am Boden werden zahlreiche Arbeitspakete zusammengestellt, die wiederum von unseren Kolleg:innen der Maintenance in Zürich umgesetzt werden. Der Lessor wird zudem eingeladen, um sich vor Ort ein Bild des Zustandes des Flugzeuges und der Arbeitsschritte zu machen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Triebwerken, da diese den grössten Restwerteanteil (über 80%) des Flugzeuges ausmachen.

US-Kartenmaterial nicht vergessen
Als nächstes galt es, eine Crew bestehend aus Pilot:innen und einem Aircraft Engineer zusammenzustellen, die die arbeitsrechtlichen Vorgaben der US-Behörden erfüllen, da der Zielort in den Vereinigten Staaten liegt. Für den Flug mussten zudem die Navigationsinformationen der USA in die Datenbank gespiesen werden, da unsere A320 üblicherweise nur Daten zu Flügen in Europa geladen haben.

ZRH-KEF-BOS-ROW und zwar one-way
Anfang November war es dann soweit. Über je einen Zwischenstopp in Keflavik (Island) und Boston (USA) ging die Reise von HB-IJE mit der Seriennummer 0559 zu ihrem neuen Besitzer nach Roswell (New Mexico, USA), einem kleinen Flughafen, der rund 800 Kilometer westlich von Dallas (Texas, USA) liegt. Der Aircraft Engineer kümmerte sich während des Überflugs und den beiden Zwischenstopps um die technischen Aufgaben am Flugzeug und führte nach Ankunft am Zielort letzte Arbeiten am Flugzeug aus bevor es endgültig an den neuen Besitzer geht. Das dafür benötigten Werkzeug und Ersatzteile wurden im Belly mitgeführt.  

Unser Relief Engineer Benny war während des Überfluges für die technische Betreuung des Flugzeuges zuständig. Das isländische Wetter beim ersten Stop in Keflavik hatte offenbar keinen Einfluss auf seine positive Stimmung.
Im Anflug auf Boston.
In Boston wurde das Flugzeug betankt und verzollt währenddem die Crew eine Pause einlegte.

Danke lieber HB-IJE für die schöne Zeit mit dir, auf dich war immer Verlass.

Crew
Sicherlich ein unvergessliches Erlebnis für unsere Flight Crew René, Monika und Patrick.