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SWISS fliegt als erste Linienfluggesellschaft mit nachhaltigem Treibstoff ab der Schweiz

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SWISS investiert Milliarden in immer sparsamere Flugzeuge – der grösste Hebel, um effizienter zu fliegen. Das alleine reicht jedoch nicht aus, um die Umweltwirkung des Flugverkehrs insgesamt zu begrenzen. SWISS setzt sich deshalb in verschiedenen Projekten mit Nachdruck dafür ein, dass mehr nachhaltige alternative Treibstoffe verfügbar gemacht werden und fliegt als erste Linienfluggesellschaft ab der Schweiz mit SAF (Sustainable Aviation Fuel).

Um Ressourcen an Bord und am Boden zu schonen und ihre eigenen CO2-Emissionen zu senken, hat sich SWISS ein ambitioniertes Klimaziel gesetzt: Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen gegenüber 2019 um 50% reduziert und 2050 Netto-Null-CO2-Emissionen erreicht werden. Der grösste Hebel auf dem Weg dorthin sind modernere und sparsamere Flugzeuge, wie z.B. die A32Xneo und A220. Mit jeder neuen Flugzeug-Generation sinken die CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent. Das alleine reicht jedoch nicht aus, um die CO2-Emissionen insgesamt zu begrenzen, denn der Luftverkehr wird mittelfristig wieder wachsen und benötigt auch weiterhin Treibstoff. Und hier kommt das sogenannte SAF ins Spiel.

Herstellungs- und Lieferprozesse von alternativen Treibstoffen

SAF – der Schlüssel zum CO2-neutralen Fliegen

Der Weg zum CO2-neutralen Fliegen ist ein ambitioniertes, aber nicht unmögliches Vorhaben. Von einem Elektro- oder Wasserstoffantrieb für grosse Flugzeuge ist die Luftfahrt noch weit entfernt. Kernproblem ist die geringere Energiedichte von Batterien – und die Speicherung grosser Mengen an Wasserstoff ist technologisch noch extrem aufwendig. Anders ist das mit SAF, dem sogenannten Sustainable Aviation Fuel. Es kann problemlos in Flugzeugen eingesetzt werden und ist eine echte Alternative zu fossilem Kerosin. Diese nachhaltigen alternativen Treibstoffe sind neben hochmodernen Flugzeugen der bedeutendste Schritt auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft des Luftverkehrs.

Im Verbund mit der Lufthansa Group setzt sich SWISS schon lange für die Erforschung, Erprobung und Nutzung nachhaltiger Flugtreibstoffe ein und gehört zusammen mit Lufthansa sogar zu den ersten Airlines weltweit, die ihren Kund:innen eine Reduktion der CO2-Emissionen ihrer Reise durch SAF anbietet. Seit 2019 können Fluggästen über die Plattform Compensaid, nachhaltigen Treibstoff kaufen und damit einen Beitrag zur Reduktion der Umweltwirkung ihrer Flugreise leisten.

SWISS setzt als erste Linienfluggesellschaft ab der Schweiz SAF ein

Dank neuen Zollbestimmungen ist es seit Anfang Juli möglich, SAF in die Schweiz zu importieren. SWISS ist stolz als erste Linienfluggesellschaft SAF für den regulären Flugbetrieb ab der Schweiz  zu nutzen. Dies ist unter anderem auch Dank des Engagements der Kund:innen von SWISS via Compensaid möglich. Damit dieses Vorhaben Realität werden konnte, hat SWISS mit verschiedenen Partnerunternehmen erstmals eine ganzheitliche Logistikkette für den Import des nachhaltigen Treibstoffs etabliert. Die Erstlieferung umfasst 460 Tonnen SAF. Mit dieser Menge an Treibstoff kann SWISS dank ihrer hochmodernen Flugzeuge wie der Airbus A32Xneo-Familie rein rechnerisch rund 175 Flüge durchführen.

Aus was besteht SAF denn eigentlich ganz genau?

Sustainable Aviation Fuel ist synthetisches Kerosin und die erste echte Alternative zu fossilem Treibstoff. Nachhaltiger Flugtreibstoff wird in einem ressourcenschonenden Prozess hergestellt. Es gibt verschiedene zertifizierte Verfahren für die Herstellung von SAF. Das Besondere daran: Es wird Kohlenstoff aus bestehender nachhaltiger Biomasse oder Gasen wiederverwendet und in Treibstoff umgewandelt. Damit werden fossile Treibstoffe ersetzt, die aus Erdöl raffiniert werden. SAF, welches vom finnischen Biokraftstoffhersteller Neste, einem Partnerunternehmen von SWISS, hergestellt wird, stammt aktuell hauptsächlich aus Abfall- und Restrohstoffen. In seiner reinen Form und über den gesamten Lebenszyklus hinweg kann seine Verwendung bis zu 80 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilem Treibstoff reduzieren.

Warum wird SAF noch nicht auf allen Flügen eingesetzt?

Eine industrieweite Nutzung von SAF scheitert bislang an der verfügbaren Menge und den hohen Kosten des alternativen Treibstoffs, da derzeit nur wenige Raffinerien weltweit in der Lage sind, SAF zertifiziert und in ausreichenden Mengen zu produzieren. In einem nächsten Schritt muss die verhältnismässig noch sehr teure Produktion von SAF skaliert werden, um sich den Preisen für fossiles Kerosin anzunähern. Daher ist es wichtig, den Aufbau von Produktionskapazitäten voranzutreiben und verschiedene SAF Herstellungsverfahren zu fördern.  

Und wie funktioniert Compensaid?

Während der Buchung erhalten die Kund:innen von SWISS die Möglichkeit, die durch ihren Flug verursachten CO2-Emissionen zu ermitteln und zu kompensieren. Nachdem auf der Homepage die Flugdaten eingegeben wurden, berechnet Compensaid den CO2-Ausstoss, der beim Flug entsteht. Diesen können die Kund:innen von SWISS anschliessend durch die entsprechende Menge an SAF ausgleichen. Compensaid sorgt dann dafür, dass diese gekauft und getankt wird.

Im eigentlichen Vertankungsprozess wird SAF schliesslich als sogenannter ‘Drop-in-Fuel’ zu herkömmlichen Kerosin beigemischt. Die ermittelte SAF-Menge, die zum Beispiel für einen Flug Zürich-New York berechnet wurde, wird in das Betankungssystem des Flughafens eingespeist. Das heisst, das SAF auf alle Flüge verteilt wird, die anschliessend betankt werden. Die CO2-Neutralität wird jedoch dem spezifischen Flug zugeschrieben.