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Zwischen Musikkarriere & Flugzeugteilen: Soulsängerin Priya Ragu

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Den ein oder anderen mag sie bereits ein Begriff sein: Die St. Galler Soulsängerin Priya Ragu ist spätestens seit ihrem Hit «Good Love 2.0» international in aller Munde. Im Februar wurde sie sogar unter den “20 artists to watch in 2021” von Montreux Jazz Festival Spotlight aufgelistet. Wir freuen uns ganz besonders über diese Nominierung, da SWISS nicht nur Official Airline und Partner des Montreux Jazz Festivals ist, sondern weil Priya auch seit geraumer Zeit bei SWISS Technics im Technischen Einkauf tätig ist. Wir haben daher bei ihr nachgefragt, wie sich ihr Leben als aufstrebender Stern inmitten einer Pandemie anfühlt und wie sie ihre Musikkarriere nebst ihrer Anstellung bei SWISS jongliert.

Priya, Du bist bei SWISS in der Technik als Technical Purchasing Agentin tätig. Wie bist Du zu SWISS gekommen und was machst Du in dieser Position genau?
Eigentlich wollte ich früher immer am Check-In Schalter, also bei Swissport, arbeiten, aber dann bin ich irgendwie bei SWISS gelandet (lacht) und zwar in der Line Maintenance, im Accounting. Nach sieben Jahren habe ich ins Technical Purchasing gewechselt, wo ich seit drei Jahren Vollzeit mit dem Einkauf von Flugzeugteilen beauftragt bin. Es ist ein sehr interessanter Job und wir haben ein echt cooles Team.  

Wie hast Du SWISS in den letzten Jahren als Arbeitgeberin erlebt?
Unter meinen Teamkolleginnen und -kollegen und mir herrscht ein sehr familiäres Verhältnis. Meine Vorgesetzten haben mich immer unterstützt und mir so ermöglicht, neben meinem Beruf meine Leidenschaft, die Musik, auszuleben. Zum Beispiel konnte ich unbezahlten Urlaub beziehen, um in London Bass spielen zu lernen. Natürlich hätten wir niemals gedacht, dass aus meinem Hobby eines Tages eine so grosse Sache wird. Nach einiger Zeit kam ich schliesslich nicht mehr darum herum, meinen Job zu kündigen, um für ein halbes Jahr nach New York zu ziehen und mich dort kreativ zu entfalten. An dieser Stelle möchte ich auch Stefan Regli, Head of Maintenance, einen besonderen Dank aussprechen, der mir nach meiner Rückkehr in die Schweiz wieder eine Stelle in seinem Team angeboten hat.

Priya Ragu by My Van Le

Vor der Pandemie hast Du Vollzeit gearbeitet und bist nebenbei mit Deiner musikalischen Karriere durchgestartet. Das klingt nach langen Tagen. Wie hast Du das gleichzeitig gestemmt?
Ja, ich habe immer 100% gearbeitet und meine ganze Freizeit in die Musik gesteckt. Klar war das eine intensive Zeit aber diese beiden Welten spiegeln auch meine Persönlichkeit wider: Die eine Seite ist neugierig, kreativ und unabhängig, wodurch ich mich zum Beispiel beim Styling oder dem Look im Video-Shooting einbringen kann. Die andere braucht mit dem gewohnten Arbeitsalltag Sicherheit und Routine. Weil mir die Musik also sehr viel Spass macht und Energie gibt, habe ich es nie wirklich als stressig empfunden.

Heisst das, dass Du nie an Dein Limit gekommen bist?
Ich frage mich, wo denn das Limit ist…? Scheinbar habe ich es noch nie erreicht. Durch die Corona Krise arbeite ich seit letztem Frühling nur noch 20% und leiste zu 80% Kurzarbeit. Diese unglückliche Situation kam zeitgleich mit dem Durchstarten meiner Musikkarriere. Somit hat es sich für mich persönlich zeitlich gut ergeben und die Balance stimmt nach wie vor.

Priya Ragu by Jenny Brough
Priya Ragu by Jenny Brough

Offenbar zieht sich das Thema Gegensätze auch ein bisschen durch Dein Leben: Als eine der wenigen Frauen in der Technik, als Frau mit tamilischen Wurzeln in der Schweiz, als St. Gallerin, die jetzt mit ihrer Musik in die weite Welt hinaus zieht…
Definitiv. Ich hätte zum Beispiel anfangs nicht gedacht, dass ich mit englischen Songs und mit Soul in der Schweiz Erfolg haben könnte, da hier vor allem Mundart Musik gefördert wird. Es musste daher wohl so kommen, dass ich vom Ausland unterstützt werde. Es ist cool, dass ich meinen Background in meine Musik einfliessen lassen kann und dass die Welt auch offen dafür ist.

Ist es manchmal aber auch schwierig? Du musst ja auch Pfade ebnen, die es vorher so nicht gab.
Nein, schwierig ist es nicht. Ich mache einfach das, was ich gerne mache und es funktioniert sehr gut. In der Schweiz hört man oft, dass man von der Musik nicht leben kann. Unbeeindruckt davon habe ich mich aber trotzdem entschlossen, diese Chance zu packen. Es ist cool zu zeigen: Mit der richtigen Einstellung und einem starken Willen kann man es schaffen. Für mich fühlt es sich gerade wie ein Lottogewinn an. Dass zum Beispiel die Vogue UK über mich geschrieben hat, hätte ich mir im Leben nie erträumt!

Priya Ragu by Shaun James Grant

Wie kann man sich das mit dem «Musik machen» eigentlich vorstellen?
Mein Bruder ist gleichzeitig auch mein Produzent und wir verbringen viel Zeit im Studio, wo wir zusammen neue Songs produzieren. Wir nehmen die Musik sehr ernst und wissen, dass wir alles geben müssen, wenn wir weit kommen wollen. Im Moment steht allerdings die Promotionsarbeit im Fokus und es finden viele Interviews statt.

Letztes Jahr im August habe ich einen Plattenvertrag bei Warner Music in England unterschrieben und von da an ging alles sehr schnell. Nun haben wir ein eigenes Management Team, welches sich um die Promotion kümmert sowie ein Publishing Team, das die Publikation der Songs in Filmen oder Serien organisiert. In den USA habe ich sogar ein eigenes PR-Team, welches meine Songs global platziert.

Wie fühlt es sich an, wenn ein ganzes Team nur für Deine Musikkarriere arbeitet?
Mega! Letztens hatte ich einen Videocall mit 15 Mitarbeitenden von Kobalt Music, die alle an meinem Projekt arbeiten. Das muss man sich einmal vorstellen! Bis vor kurzem haben mein Bruder und ich alles eigenständig geplant und umgesetzt. Doch wir haben schnell gemerkt, dass wir ein Label brauchen, wenn wir den Durchbruch schaffen möchten.

Priya Ragu by Jenny Brough

Weisst Du schon, wie es weitergeht?
Ich geniesse derzeit einfach den Moment und werde musikalisch und persönlich weiterwachsen, Spass haben und schauen, was als nächstes kommt. Alles was bis jetzt passiert ist, übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Meine neue Single ist bereits lanciert, hört sie euch an: https://priyaragu.co/ChickenLemonRice.

In naher Zukunft werde ich weitere Singles veröffentlichen, um meine Fanbase zu erweitern. Anschliessend werde ich mein erstes Album lancieren. Und dann hoffe ich, so bald wie möglich endlich auch live Konzerte geben zu können.

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