Sie sind im Begriff eine externe Seite zu öffnen. Deren Inhalte sind möglicherweise nicht für alle Benutzer verfügbar.

Laura auf Cargo-Mission

Auf English oder Français lesen

Mein Name ist Laura und ich arbeite als Cabin Engineer in der SWISS Maintenance. Seit dem Ausbruch des Coronavirus hat sich für uns vieles geändert. Ich werde Euch einige Aspekte unserer neuen besonderen Arbeitsumgebung zeigen und wie wir dazu beitragen, die Lieferkette in die Schweiz aufrecht zu erhalten. Viel Spass beim Einblick in unsere Cargo-Mission.

Trotz Veränderungen der Passagiernachfrage und den Reisebeschränkungen besteht nach wie vor eine grosse Nachfrage nach Luftfracht – insbesondere nach medizinischen Hilfsmitteln, Gesichtsmasken und Schutzausrüstungen. Diese wichtigen Güter werden insbesondere von den örtlichen Krankenhäusern, Apotheken und für das medizinische Personal im ganzen Land benötigt. Die Produkte transportieren wir mit Cargo-Sonderflügen. Zuerst wurden die Frachtflüge mit Flugzeugen vom Typ Airbus A340 durchgeführt, aufgrund der erhöhten Nachfrage setzen wir nun grössere und effizienteren Flugzeuge vom Typ Boeing 777-300ER ein.

Um den Platz bestmöglich zu nutzen haben wir angefangen, die Produkte nicht nur im Frachtraum, sondern auch in der Kabine zu transportieren. Dafür mussten wir sicherstellen, dass die Güter weiterhin sicher transportiert werden, ohne die Kabine und die Sitze zu beschädigen. Deshalb schützten wir die Sitze mit Bezügen und es wurden Frachtnetze bereitgestellt, um die Boxen während des Fluges zu sichern.

Da wir die Kabine bisher nie als Frachtraum genutzt hatten, benötigten wir vor den ersten Flügen einige Zeit für Vorbereitungen, Abklärungen und Tests. Zudem führten wir in Zusammenarbeit mit unserem Operations Team, Swiss WorldCargo und dem Maintenance Team eine Risikobeurteilung durch. Die Maschinen mussten nämlich die Spezifikationen des BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) und des Herstellers für den sicheren Transport von Fracht in der Kabine erfüllen.

Einige Wochen nach Ausbruch des Coronavirus in der Schweiz rüsteten wir schliesslich drei Boeing 777-300ER um, damit wir der hohen Nachfrage an Fracht gerecht werden konnten. Das bedeutet, dass wir alle SWISS Economy Sitze aus den Maschinen ausgebaut haben. Durch die Umrüstung kann SWISS bis zu 36% mehr Fracht (rund 12 Tonnen zusätzliche Frachtkapazität) pro Flug zu transportieren. Zudem haben die Kollegen der Bodenabfertigung nun viel mehr Platz zum Be- und Entladen der Boxen in der Kabine. Nachdem wir die Sitze entfernt hatten, haben wir beispielsweise Kabel und Abdeckungen so verkleidet, dass sie während des Frachttransports nicht beschädigt werden. Ausserdem haben wir die Kabine in verschiedene Frachtbereiche aufgeteilt und Netze in den Bodenschienenhalterungen montiert.

Für diese Modifikation benötigen wir die Mitarbeit von rund 20 Kabinenmechanikern während jeweils 8 Stunden, das bedeutet insgesamt 160 Arbeitsstunden pro Flugzeug. Wir nennen diese Konfiguration unserer Boeing 777-300ER ohne Economy-Sitze CARRY: „CARgo with Removed seats in Y-class“.

Mittlerweile hat SWISS mehr als 150 Charter-Frachtflüge durchgeführt. Wir sind stolz darauf, unseren Teil zur Bewältigung dieser Krise beizutragen.

Ich hoffe, Ihr habt den Exkurs in meinen aktuellen Arbeitsalltag genossen. Bleibt alle gesund! Grüsse, Laura.