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#AskTheExpert mit Michael Trestl, Flugplanung

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In der neuen Blogserie #AskTheExpert beantworten SWISS Mitarbeitende Fragen aus der Social Media Community zu aktuellen Herausforderungen in ihrem Fachgebiet und zeigen auf, welche Lösungen für die Kunden erarbeitet werden. Michael Trestl, unser Head of Network Management ist unser erster Experte und erzählt uns einiges von seinem momentanen Arbeitsalltag.

Nach welchen Kriterien werden neue Destinationen ins Streckennetz aufgenommen?

Generell basieren Entscheidungen, die unser Streckenportfolio betreffen, auf einer Vielzahl Faktoren, wie zum Beispiel der Nachfrageentwicklung, den Kundenbedürfnissen oder den internationalen und lokalen Verkehrsströmen. Im Rahmen der Covid-19 Pandemie kommen zusätzlich noch die Reisebeschränkungen, die für die jeweiligen Länder gelten, dazu.

Wie wird die Nachfrage nach bestimmten Flügen während dem Sommer eruiert?

Die konkrete Nachfrageentwicklung für die kommenden Sommermonate beobachten wir täglich, da die Situation sehr dynamisch ist und sich fast täglich weiterentwickelt. Wir stützen uns dabei auf eine Vielzahl von quantitativen aber auch qualitativen Indikatoren, beispielsweise die Suchanfragen über unsere Website, generelle Covid-19 Entwicklungen in den einzelnen Ländern, generell Verkehrsströme, die wir auf statistischer Grundlage sehen aber eben auch über die aktuellen Entwicklungen in den Ländern was die Reisebeschränkungen betrifft.

Nach welchen Kriterien wurden die Destinationen ab Juni 2020 selektiert?

Der Flugplan im Juni umfasst auf der Kurzstrecke bis zu 140 wöchentliche Frequenzen und im Langstreckenbereich ca. 20 wöchentliche Frequenzen. Fokussiert wird dabei vor allem auf Lokalpassagiere aber eben auch auf Umsteigepassagiere. Im Interkontinentalverkehr stützen wir uns zusätzlich zu den Passagiervolumen auch auf die Frachtnachfrage, die nach wie vor besteht. Diese Nachfrage hat im Juni auch einen Grossteil des Destinationsportfolios bestimmt.

Wie werden die Destinationen festgelegt, die als nächstes angeflogen werden sollen?

Entscheidungen über weitere Streckeneröffnungen werden sehr stark davon abhängen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, in welchen Ländern zunehmend auch touristischer Verkehr möglich sein wird und wo wir die Nachfrage so abbilden können, damit wir auch ein attraktives Flugprogramm für unsere Gäste anbieten können.

Wird SWISS  Destinationen für reine Frachtflüge ins Streckennetz aufnehmen? 

Derzeit trägt uns die Nachfrage nach Fracht sehr stark. Insbesondere im Interkontinentalverkehr, wo wir in manchen Flugzeugen Sitze ausgebaut haben, um mehr Cargo transportieren zu können. In anderen Maschinen transportieren wir die Fracht auch auf den Sitzen. Langfristig sehen wir in reinen Frachtflügen aber kein Geschäftsmodell für SWISS. Wir werden wahrscheinlich wieder zu unserem komplementären Geschäftsmodell zurückkehren, nämlich: Passagiere in der Kabine, Fracht im Frachtraum.  

Wie viel von dem Verkehr aus der Zeit vor der Pandemie wird Deiner Meinung nach bis Ende des Jahres zurückkehren?

Derzeit ist es sehr schwierig vorherzugsagen, wie sich das Verkehrsaufkommen bis Ende des Jahres entwickeln wird. Abhängig vom weiteren Fortgang der Pandemie und den internationalen Reisebeschränkungen, rechnen wir mit einem Aufkommen von rund 50% bis Ende 2020.

Wie kommt man dazu Network Manager zu werden?  

Es gibt keine spezifische Ausbildung dafür. Erforderlich ist ein ausgeprägtes wirtschaftliches Verständnis, Interesse an der Luftfahrt und an internationalen Entwicklungen sowie Verständnis für Zusammenhänge der vielfältigen Prozesse in einer Airline. 

Wie macht SWISS die Flugplanung, bei so vielen anderen Airlines, die die gleichen Flughäfen anfliegen?

Uns helfen sogenannte “Slots” unseren Flugplan an den diversen Flughäfen der Welt zu koordinieren und stabil zu gestalten. Slots sind zugewiesene Zeitfenster für Starts und Landungen, die von den jeweiligen Flughäfen bzw. ihren Behörden an die Airlines vergeben werden. Dies hilft das Flugaufkommen zeitlich zu balancieren und einen möglichst reibungslosen Flugbetrieb sicherzustellen.

How long does it take to restart the intercontinental flights? 

More lead time is required for long-haul flights than for short-haul flights, as the complexity is higher. As the individual destinations have very different regulations, the lead time can vary from a few weeks to several months. 

Was waren und sind die grössten Herausforderungen während der Covid-19 Pandemie? 

  • Keine Planungsgrundlage und Vorausschaubarkeit durch ständige Veränderung des Umfeldes  
  • Anforderung: Flexibilität, Flexibilität, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit auf täglich / stündlich veränderte Rahmenbedingungen  
  • Rasches Reagieren auf krisenbedingte Reisebeschränkungen und den Nachfrageeinbruch (z.B. Herunterfahren des Flugplans zu Beginn der Pandemie) 
  • Minimalanbindung der Schweiz an die Welt aufrecht zu erhalten aus unserer Verantwortung als «Airline der Schweiz» 
  • Planung von Spezialflügen (z.B. Repatriation und Cargo Flüge) 
  • Ramp-Up Nachfragestrukturen erkennen und entsprechendes Flugplanangebot gestalten. 
  • Neue Hub Strukturen gestalten um ein möglichst attraktives Angebot für Lokal- und Umsteigepassagiere zu ermöglichen. 
  • Enge Koordination mit internen und externen Schnittstellen (z.B. Flight Operations, etc.)