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Hinter den Kulissen: Rückhol- und Frachtflüge

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In den letzten Wochen haben SWISS und Edelweiss praktisch täglich Sonderflüge zur Rückholung von Passagieren sowie zur Beförderung von Fracht durchgeführt. Die Abwicklung von Charterflügen ist für SWISS und Edelweiss nichts Aussergewöhnliches. Allerdings sind Rückhol- und Frachtcharterflüge nicht nur mit einem deutlich höheren Aufwand als üblich verbunden, auch die Nachfrage ist, aufgrund der aktuellen Krise, deutlich gestiegen. In verschiedenen Bereichen von SWISS und Edelweiss arbeiten die Kolleginnen und Kollegen unter ungewohnten Bedingungen – häufig auch aus dem Home Office – eng zusammen, um die Sonderflüge organisieren zu können.

Um die aussergewöhnlichen Rückhol- und Frachtflüge zu koordinieren, haben SWISS und Edelweiss vor einigen Wochen die Task Force «Repatriation and Belly Freighter» ins Leben gerufen. Experten aus den Bereichen Netzwerk, Cargo, Charter Sales, External Relations, Flugbetriebssteuerung, Crew Planung, Bodendienste, Safety & Security, Wartung, Controlling und weiteren Abteilungen stehen täglich, an sieben Tagen in der Woche, in engem Austausch um die komplexen Flüge trotz sich ständig verändernden Vorschriften in den Ländern und an den Destinationen umsetzen zu können. Die Flüge erfordern oftmals aufwendige Abklärungen und spezielle Einzelgenehmigungen, wobei die Task Force bestens von den Behörden in der Schweiz und den jeweiligen Botschaften unterstützt wird.

Von Santiago bis Auckland – Für das EDA unterwegs auf der ganzen Welt

Derzeit fliegen SWISS und Edelweiss Flugzeuge an Orte, die nicht im regulären Flugplan zu finden sind. Innerhalb der letzten Wochen konnten durch eine bisher nie dagewesene Rückholaktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mehrere tausende Schweizer und Schweizerinnen zurück in ihre Heimat gebracht werden.

Für die Planung dieser Rückholungsflüge stehen SWISS und Edelweiss in engem Kontakt mit dem EDA, welches die Flüge beauftragt. Das Flugprogramm ist beeindruckend: Bisher wurden Rückholflüge von Bogota, Buenos Aires, Quito, Santiago de Chile, Cancun, Punta Cana, Tunis, Algier, Casablanca, Mauritius, Douala, Yaounde, Bangkok, Yangon, Phnom Penh, Phuket, Vientiane, Goa, Dubai, Auckland, Sydney, Mumbai, Delhi, Guatemala, San Jose, Lima, Kapstadt, Belgrad, Kiew, Podgorica, Kolkata und Kochi durchgeführt. Leider können nicht alle Anfragen umgesetzt werden: ein vom EDA gewünschter Rückholflug von Cebu in den Philippinen konnte weder von SWISS noch von Edelweiss durchgeführt werden, da keine den Sicherheitsstandards beider Airlines entsprechende Bodenabfertigung in Cebu möglich war.

Unsere Boeing 777 HB-JNK hebt im 18.386 km entfernten Auckland ab.

Bei der Durchführung der Rückholflüge sind viele Hürden zu meistern

Sobald ein Sonderflug angefragt wird, muss zunächst geprüft werden, ob dieser grundsätzlich stattfinden kann. Diese Entscheidung hängt in grossen Teilen von den Voraussetzungen an den angefragten Destinationen ab, wie zum Beispiel Verkehrsrechten und Slots, Ein- und Ausreisebedingungen, Treibstoff- und Hotelverfügbarkeit und Verpflegung für Passagiere und Crew.

Im Zuge der Planung wird im Task Force Team entschieden, welcher Flugzeugtyp für die Abholung der gestrandeten Passagiere eingesetzt wird. Die Entscheidung, auf welches Lang- oder Kurzstreckenflugzeug und auf welche Airline die Wahl fällt, ist unter anderem abhängig davon, welche Entfernung überbrückt werden muss oder wie viele Passagiere abgeholt werden sollen. Auch Gegebenheiten am Zielflughafen, wie die Länge der Landebahn oder die Verfügbarkeit von Kerosin sind ausschlaggebend für die Entscheidung. Wenn es die Umstände erlauben, wird prioritär die A340 von Edelweiss eingesetzt, da dieses Flugzeug mit 314 Sitzplätzen über eine hohe Kapazität und grosse Reichweite verfügt. Für die Bedienung von Destinationen, bei denen die Reichweite der A340 nicht ausreicht, oder wenn keine Flugzeugkapazität bei Edelweiss verfügbar ist, wird die Boeing 777 der SWISS eingesetzt. Bei einem geringeren Passagieraufkommen oder kürzeren Strecken werden auch Airbus A320, A220 und A330 für Rückholflüge geplant.

Je nach Flugzeugtyp variiert die Grösse der Kabinen- und Cockpitbesatzung, deren Einsatz die jeweilige Crewplanung von Edelweiss oder SWISS übernimmt. Zum Teil reist auch eine zusätzliche Crew mit, damit ein möglichst schneller Turnaround vollzogen werden kann. Ebenfalls auf den Flügen mit dabei: Ein Loadmaster und ein Mechaniker. Warum auf diesen Flügen immer ein Mechaniker mitfliegt, erfährst du  hier. Die Flugdienstzeiten der Crews sind ebenso in der Planung zu berücksichtigen, wie die gesetzlich vorgegebenen Ruhezeiten am Zielort. Vor allem an Zielen, die im regulären Flugbetrieb nicht von SWISS/Edelweiss oder anderen Airlines der Lufthansa Group angeflogen werden, aber auch bei bekannten Destinationen, wenn das Crewhotel nicht genutzt werden kann, sind bei der Hotelunterbringung und dem Transport der Besatzung das Hotelmanagement und Security gefragt. Das Catering für einen Rückholflug muss ebenfalls gewährleistet sein und bestellt werden.

Fracht im Bauch und der Kabine: SWISS führt reine Frachtflüge mit Passagiermaschinen durch

Aufgrund des reduzierten weltweiten Flugangebots sind ausserdem die Frachtraten deutlich angestiegen und machen den Einsatz von Passagiermaschinen für reine Cargoflüge («Belly Freighter») attraktiv. Der Fokus liegt hier auf dem Transport von medizinischer Ausrüstung in die Schweiz, hauptsächlich in Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen. Mit weiteren Partnern werden Güter aus der Schweiz nach China transportiert, die für den weltweiten Warenfluss und die Schweizer Exportindustrie entscheidend sind. Seit einigen Tagen wird Fracht nicht nur im regulären Frachtraum, sondern zusätzlich auch in der Kabine transportiert. Mehr darüber erfährst du  hier. Für diese Frachtflüge werden vorwiegend Airbus A340 und Boeing 777 von SWISS eingesetzt.

Bisher hat SWISS bereits eine Vielzahl von Frachtflügen von Hong Kong, Shanghai und Peking nach Zürich und Genf durchgeführt.

Einen besonderen Dank richten wir an alle Crew Members, die diese Flüge durchführen und natürlich an alle Beteiligten hinter den Kulissen, die mit unermüdlichem Engagement die Flüge organisieren, um Menschen nach Hause zu holen, dringend benötigtes medizinisches Material zu transportieren und die Anbindung der Schweiz an die Welt weiter zu gewährleisten. Ihr Engagement wird auch in den kommenden Wochen noch gebraucht.