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Cargo in der Kabine

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Am 5. April 2020 um 17:45 landet LX2689 (HB-JMC) in ZRH. Es ist ein sonniger Frühlingsabend und es versammeln sich Vertreter von verschiedenen Firmen am Standplatz Delta 13. Der Grund: An Bord befinden sich diesmal keine Passagiere, sondern ausschliesslich medizinische Schutzausrüstung, die in den heutigen Tagen mehr denn je in unseren Spitälern benötigt wird. Speziell daran: Es handelt sich um den ersten Flug in der Geschichte der SWISS, auf dem die Fracht nebst im regulären Frachtraum zusätzlich in der Kabine transportiert wurde.

Doch bis es soweit gekommen ist, waren intensive Vorarbeiten und Abklärungen mit verschiedenen Spezialisten notwendig. Im Anschluss an eine Risikobewertung wurde in einem fünfstündigen Test in Zusammenarbeit mit Swiss WorldCargo, Ground Ops und der Cabin Maintenance von SWISS Technics die Umsetzungstauglichkeit der geplanten Massnahmen am Flugzeugtyp A340 verifiziert. Dies war notwendig, damit das Flugzeug entsprechend den Vorgaben des BAZL, des Herstellers und den Bedürfnissen von Swiss WorldCargo für den Frachttransport in der Kabine vorbereitet werden konnte.

Die Anforderungen waren klar: soviel Ladung bestmöglich transportieren und sichern, ohne, dass die Kabine – insbesondere die Sitze – dabei Schaden nimmt. Das wiederum hätte erhebliche Kosten zur Folge. So wurden am Nachmittag vor dem geplanten Abflug die Sitze gut verpackt und mit extra dafür vorgesehenen Cargonetzen bespannt.

Am Morgen des 4. April hob JMC dann Richtung Shanghai (PVG) ab. Mit an Bord: die Crew, ein Loadmaster und ein Kabinenmechaniker von SWISS Technics. Nach 12 Stunden Flugzeit landete der A340 morgens um 3 Uhr in Shanghai.

Schlafen in der Kabine, Spaziergang ums Flugzeug

Um nicht das umfangreiche und nicht ganz risikolose Einreiseprozedere der chinesischen Behörden durchlaufen zu müssen, wurde bewusst eine kurze Bodenzeit von nur acht Stunden geplant. In dieser Zeit hat die Crew an Bord geschlafen, sich ausgeruht und «Spaziergänge» in unmittelbarer Nähe des Flugzeuges gemacht. Danach haben die Kollegen zusammen mit einer 30-köpfigen chinesischen Swissport-Crew das Flugzeug mit dem dringend benötigten medizinischen Material beladen. Im ersten Moment ein grosses Chaos, aber nach einigen klärenden Gesprächen zwischen Kabinenmechaniker, Station Manager und der Crew von Swissport, war die Kabine innerhalb von nur einer halben Stunde beladen und gesichert.

Während des Rückfluges kontrollierten die Kollegen in regelmässigen Abständen die Kabine und überprüften die Ladung und die sichernden Cargonetze. Nach etwas weniger als 12 Stunden Flugzeit landete JMC mit der wertvollen Fracht sicher in Zürich. Das Flugzeug wurde entladen, die Kabine im Anschluss gründlich auf Beeinträchtigungen überprüft und wieder bereit gemacht für den nächsten Cargoflug.

Eindrückliche Teamarbeit

Diese Spezialflüge sind ein eindrückliches Beispiel, wie innert kürzester Zeit Mitarbeitende von verschiedenen Abteilungen und Firmen Hand in Hand zusammenarbeiten und sich mit einer positiven Grundeinstellung bisher unbekannten Herausforderungen stellen. Dank dem kollegialen Austausch, dem entsprechenden Know-How und dem gegenseitigen Vertrauen der verschiedenen involvierten Unternehmen, fliegt SWISS nun zahlreiche, wichtige Frachtflüge nach Asien und bringt täglich dringend benötigtes medizinisches Material in die Schweiz.