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SWISS hebt digital ab

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Am 3. September findet der schweizweite Digitaltag statt – ein Anlass, um auch in der Luftfahrtbranche über Digitalisierung nachzudenken und aktuelle digitale Innovationen von SWISS vorzustellen. Ziel des Digitaltags ist es, einen offenen Dialog mit der Schweizer Bevölkerung zu aktuellen Entwicklungen, Chancen und Risiken im Bereich der digitalen Transformation zu pflegen. SWISS wird im Bereich «Mobilität» mit einem eigenen Stand am Zürich Hauptbahnhof vertreten sein. Besucher sollen am SWISS Stand mehr über die Zukunft des Fliegens erfahren.

Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen, gewinnen digitale Technologien auch in der Aviatik zunehmend an Wichtigkeit. Digitale Produkte und Services sind unlängst zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil geworden, denn die Digitalisierung ermöglicht eine neue Art des Reisens – einfach, vernetzt und mit mehr Auswahlmöglichkeiten. Nicht zuletzt deshalb verfolgt die Lufthansa Group (LHG) – zu der auch SWISS gehört – das Ziel, die weltweit digitalste Airline-Gruppe zu werden. Im Einklang damit ist es für SWISS entscheidend, dass sie ihre Digital- und Innovationskultur nachhaltig pflegt und weiterentwickelt. Denn im Gegensatz zu einem Flug gibt es für Digitalisierung prinzipiell keinen Endpunkt. Digitale Weiterbildung als Chance, im eigenen Bereich stets fortzuschreiten – eine Einsicht, die genau auf das Motto des Digitaltags 2019 zutrifft, nämlich «lifelong learning».

Wie sieht die Umsetzung dieses Vorhabens in der Theorie und in der Praxis aus? Ob in der Luft oder am Boden – SWISS nutzt die Vorzüge der Digitalisierung, um Fliegen in Zukunft noch einfacher, angenehmer und umweltverträglicher zu gestalten. Mithilfe der Digitalisierung will SWISS das Reiseerlebnis ihrer Kunden weiter verbessern, ihre betrieblichen Abläufe optimieren und den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeitenden, am Boden und in der Luft, effizienter gestalten. Kabinen-/Cockpit- und Bodenpersonal werden mit digitalen Tools ausgestattet, die ihnen eine effizientere Durchführung ihrer täglichen Aufgaben ermöglichen. So hat SWISS bereits 2017 all ihre Cabin Crews mit sogenannten Flypads (Tablets) ausgerüstet. Der Arbeitsalltag an Bord wird in vielerlei Hinsicht leichter und so bleibt mehr Zeit, sich um das Wohlbefinden der Gäste zu kümmern. Auch im Cockpit wird weitgehend auf Papier verzichtet: Das sogenannte Electronic Flight Bag enthält alle für den Flug notwendigen Informationen digital.

Zudem geht SWISS mit der Applikation «Aviatar», die am letztjährigen Digitaltag vorgestellt wurde, einen wertvollen Schritt in die virtuelle Realität. Das Computerprogramm erstellt mithilfe digitalisierter Daten über den aktuellen «Gesundheitszustand» eines Flugzeuges einen digitalen Zwilling, dessen Informationen auf einer digitalen Benutzeroberfläche jederzeit abgerufen werden können. Dadurch können operationelle Prozesse, wie etwa die Flugzeugüberwachung, und deren Analyse noch präziser und schneller erledigt werden.

Ein Beispiel für mechanische Innovationen ist die Nutzung von Exoskeletten (siehe Beispiel im Bild links) in der Flugzeugwartung. Der Begriff «Exoskelett» ist hauptsächlich in der Biologie geläufig und bezeichnet organische, mit dem Körper verbundene Stützen, wie schützende und abfedernde Gehäuse bei Insekten. Die Schale, oder das äussere Skelett, unterstützt bei jeglichen körperlich anspruchsvollen Aktivitäten – eine Idee, die auch für den Menschen interessant ist.

Die Chirurgie machte den ersten Schritt in der Nutzung von Exoskeletten für den Menschen. Im Operationssaal wurden technische Stützen als Hilfe bei mehrstündigen und körperlich herausfordernden Arbeiten eingesetzt. Was das konkret heisst? Einfach gesagt, zieht sich der Mitarbeiter ein zusätzliches Skelett, beziehungsweise mechanische Gliedmassen, über. So werden Arme, Beine, Rücken und/oder Nacken bei jeglicher Bewegung unterstützt, was die Arbeit zugleich erleichtert und effizienter macht. Selbst Sitzen ohne Stuhl wird dadurch möglich. Dass die Flugindustrie nun diesem Beispiel folgt, macht Sinn: Gerade im Wartungsbereich könnten Exoskelette Mitarbeiter physisch entlasten, wenn beispielsweise Überkopfarbeiten am Flügel oder an den Triebwerken gemacht und schwere Flugzeugteile hochgehoben werden müssen.

Nach einer ersten Testphase in der Lufthansa Technik hat SWISS Technics ein Pilotprojekt gestartet, um den Einsatz von technischen Stützen in weiteren Arbeitsbereichen am Flügel, in der Kabine oder bei generellen Checks am Flugzeug zu überprüfen. SWISS möchte auch den Besuchern des Digitaltags diesen physischen Vorteil aufzeigen. Am Digitaltag können sie am SWISS Stand ein Überkopf-Exoskelett ausprobieren und mit dessen Hilfe etwa Metallstäbe in eine Steckwand einführen, um den Unterschied am eigenen Körper zu spüren.

Mit digitalen Innovationen soll auch das Flugerlebnis der Kundinnen und Kunden entlang der gesamten Reisekette stetig verbessert werden und das Gefühl eines nahtlosen Transfers von A nach B entstehen. Am Digitaltag stellt SWISS damit verbundene Projekte vor. Eines davon beschäftigt sich mit sogenannten Smart Assistants, die unsere Kunden und Kundinnen während ihrer Reise bestmöglich proaktiv unterstützen sollen: LHG arbeitet an einem Framework, um LHG Services wie den Check-in auf möglichst vielen Smart Assitants (Facebook, WhatsApp, Google Assistant, Alexa etc.) und in diversen Eingabeformaten (Tab, Text, Voice) verfügbar zu machen.

In Zukunft wird sich vieles auf dem Gebiet der Digitalisierung tun – nicht zuletzt bei SWISS. Welche Rolle SWISS dabei tragen wird, die Lufthansa Group zur «world’s most digital airline group» zu machen, wird sich in weiteren Pilotprojekten und deren Real-Umsetzung zeigen. Es bleibt also spannend. Nur eines ist auch im Digitalen klar: Einsteigen lohnt sich.

Text: Livia Cadalbert