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Das Herz des SWISS Flugbetriebs

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Tausende Passagiere, Hunderte Flüge, Anschlüsse, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen, und immer wieder Unvorhersehbares: Der tägliche Flugbetrieb von SWISS ist ein vielschichtiges System mit komplexen Abläufen und Abhängigkeiten – im Operations Control Center am Flughafen Zürich laufen alle Fäden zusammen.

Das Operations Control Center von SWISS.

Im sogenannten Operations Control Center (OCC), dem Herzen des SWISS Flugbetriebs, gehen nicht nur Flight Attendants und Piloten ein und aus – dort werden auch von 110 Mitarbeitenden die Flugbewegungen von SWISS rund um die Uhr überwacht, gelenkt und die nötigen Entscheidungen bei Unregelmässigkeiten getroffen. Die Mitarbeitenden des Flugbetriebswachen an ihren zahlreichen Bild schirmen über die rund 18 Millionen Passagiere, die SWISS jedes Jahr befördert, und sorgen dafür, dass die 100 Flugzeuge pünktlich an ihr Ziel gelangen.

Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigt einen aufkommenden Sturm an der US-Ostküste: Was bedeutet dies für Flug LX 15? Wie viele Passagiere müssen auf neue Anschlussflüge umgebucht werden, falls der Flug aus New York verspätet eintreffen sollte? Kann die Flugroute optimiert und dadurch etwas Zeit aufgeholt werden? Oder braucht es gar Hotelunterkünfte in New York, weil der Flughafen keine Starts und Landungen mehr zulässt?

Das NOC überwacht die gesamte Flugoperation.

Sei es ein Gewitter über New York, ein Fluglotsenstreik in Europa oder die Überlastung der Flughafeninfrastruktur: Bereits kleine Störungen haben aufgrund der Abhängigkeiten von An- und Abflügen am SWISS Drehkreuz in Zürich grosse Auswirkungen auf die Stabilität des Flugbetriebs. Verspätungen treffen nicht nur einzelne Flüge, sondern das ganze System. Verspätet sich ein Flug, fehlen Flugzeug, Crew und allenfalls Umsteigepassagiere für den nächsten Flug. Um eine optimale Lösung zu finden, müssen unterschiedliche Fachstellen eng zusammenarbeiten und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen.


Das Mission Support Team verfolgt alle Langstreckenflüge virtuell.

Alle Spezialisten unter einem Dach

Im Operations Control Center sitzen unsere Spezialisten für Verkehrs-, Crew- und Passagiersteuerung unter einem Dach. «Durch das reibungslose Zusammenspiel aller Beteiligten können wir schnell auf operative Herausforderungen reagieren und den weltweiten Flugbetrieb von SWISS im Sinne grösstmöglicher Kundenzufriedenheit steuern», sagt Marcus Schnabel, verantwortlich für Operations Planning & Control bei SWISS. Balken in verschiedenen Farben, kryptische Abkürzungen, Karten, Tabellen und Warnhinweise: Ein Blick auf die zahlreichen Bildschirme reicht, um die Komplexität dieser Aufgabe zu erahnen. Die Einsatzleitstelle, auch Network Operations Control genannt, überwacht sämtliche Flüge von SWISS und ist für den sicheren, pünktlichen und wirtschaftlichen Betrieb der Flotte auf dem gesamten SWISS Netz verantwortlich.

Gemeinsam mit dem Hub Control Team, das am Flughafen direkt unter dem Tower sitzt, gilt es, einen stabilen Ablauf des Flugbetriebs zu gewährleisten und bei Unregelmässigkeiten unverzüglich Massnahmen zu ergreifen. So können zum Beispiel Bodenzeiten gekürzt, Flüge priorisiert, Flugzeuge ausgetauscht und gute Parkpositionen angefragt werden.

Das Flight Dispatch Team ist für die Flugvorbereitung und -planung der Flotte zuständig, dazu gehören die Berechnung der zu tankenden Treibstoffmengen nach ökologischen und ökonomischen Grundsätzen sowie die Versorgung der Cockpit Crews mit aktuellen Informationen zu den Wetterbedingungen auf ihrer Flugroute. Unterwegs werden die Cockpit Crews vom Mission Support Team unterstützt, das die Langstreckenflüge von SWISS virtuell verfolgt. Sie können Piloten über aktuelle Ereignisse informieren oder mit Vorlauf meteorologische Veränderungen in die Cockpits übermitteln. Crew Control stellt sicher, dass für alle Flüge genügend Besatzungsmitglieder zur Verfügung stehen. Bei Flugausfällen stehen Ersatzflugzeuge und Crews bereit, um die Verspätungen für die Passagiere möglichst gering zu halten. Das Passenger Care Center berät die Einsatzleitstelle bei der Lösungsfindung, organisiert und bucht Flugalternativen und informiert die betroffenen Fluggäste, sofern ihre Kontaktdaten vorliegen.


Wichtiger Teil der Flugvorbereitung: Beim Flight Dispatch Team erhält die Cockpit Crew Infos zur Flugroute und zur zu betankenden Treibstoffmenge.

Die Sommerspitze – eine besondere Herausforderung

Während der Ferienzeit steigen im Sommer jeweils die Zahl der von SWISS angesteuerten Destinationen und die Auslastung der Flüge.

Letzten Sommer kamen zahlreiche negative Faktoren zusammen: limitierte und teilweise sinkende Luftraum- und Flughafenkapazitäten, ein saisonal hohes Flugaufkommen, streikende Fluglotsen in Frankreich, Personalengpässe und damit Kapazitätsreduktionen bei der deutschen Flugsicherung sowie viele heftige Gewitter über Europa und häufig Bise am Flughafen Zürich.

Das Resultat waren überdurchschnittlich viele Verspätungen und Flugannullierungen. «Uns machen vor allem die strukturellen Kapazitätsprobleme in Europa und im Luftraum über Zürich zu schaffen», sagt Marcus Schnabel, der mit seinem Team zahlreiche Massnahmen erarbeitet hat, um den Flugbetrieb diesen Sommer trotz anhaltend ungünstiger Rahmenbedingungen noch stabiler zu machen. «Beispiele sind die Entflechtung kritischer Flugzeugumläufe, längere Bodenzeiten als Puffer, zusätzliche Reserveflugzeuge sowie die Erhöhung der personellen Ressourcen im operativen Bereich», erklärt Schnabel. «So können wir den Herausforderungen im Sommer 2019 besser begegnen. »

Text: Tobias Fries / Fotos: Reto Hoffmann