Sie sind im Begriff eine externe Seite zu öffnen. Deren Inhalte sind möglicherweise nicht für alle Benutzer verfügbar.

Neue Kabinenausstattung des Airbus A340

Auf English oder Français lesen

SWISS verfügt über eine der modernsten Flotten in Europa. Das Durchschnittsalter aller Flugzeuge beträgt gerade mal 9,5 Jahre. Auf der Langstrecke haben zehn Boeing 777 mit einem neuen Kabinenprodukt in den vergangenen drei Jahren grossteils die Airbus A340-300 abgelöst. Die fünf in der Flotte verbliebenen Maschinen werden derzeit in den Elbe Flugzeugwerken in Dresden umgerüstet und modernisiert.

Ein solcher Umbau dauert in der Regel fünf bis sechs Wochen pro Flugzeug und ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Akteure, die an einem solchen Projekt beteiligt sind. Von Seiten SWISS arbeiten bis zu acht Personen vor Ort in Dresden, wo die Flugzeuge umgebaut werden. Sie sind vor allem mit der Koordination und dem Projektmanagement, der Überwachung des Einbaufortschritts vor Ort und der Behebung auftretender Probleme beschäftigt. Von Seiten der Elbe Flugzeugwerke sind rund 100 Spezialisten vom Flugzeugmechaniker über den Elektroniker bis hin zum Kabineninterieur-Spezialisten an diesem Umbau beteiligt. Hinzu kommen noch Fachleute von Airbus, Sitzhersteller und Inflight-Entertainment-System/Connectivity. Gearbeitet wird rund um die Uhr, oft in drei Schichten und am Wochenende, um den straffen Umbauzeitplan einhalten zu können.

Der Umbau erfolgt in verschiedenen Arbeitsschritten, die präzise aufeinander abgestimmt sind. Als Erstes wird die Maschine komplett ausgeräumt. Das heisst, alle alten Sitze werden abgeschraubt, die Galleys (Bordküchen) und Toiletten ausgebaut, Gepäckfächer entfernt und auch die gesamte Innenverkleidung demontiert. Dies gibt dann die ganzen Lüftungs- und Klimakanäle sowie die Stromleitungen an der Decke, im Boden und hinter den Seitenverkleidungen frei, die in einem zweiten Schritt durch neue ersetzt werden. Zwölf Kilometer neue Kabel müssen nach einem genauen Plan wieder verlegt werden.

Bevor die neuen Sitze in allen drei Klassen eingebaut werden können, müssen im leergeräumten Flugzeugrumpf die elektrischen Leitungen und weitere technische Installationen erneuert werden.

Parallel zu den Elektroarbeiten in der Kabine wird im grossen Flugzeughangar das neue Kabinenmobiliar bereitgestellt und zum Teil, beispielsweise die First-Class-Sitze, vor Ort fertig zusammengebaut. Ist die Verkabelung im Inneren des Flugzeugs abgeschlossen und getestet, erfolgt der Einbau der neuen Sitze, Galleys und Toiletten. Auch die Decken- und die Seitenverkleidungen sowie die Teppiche werden wieder montiert beziehungsweise verlegt. Bevor der A340-300 jedoch mit dem neuen Interieur wieder in den Liniendienst zurückkehrt, führen SWISS Piloten gemeinsam mit den Ingenieuren einen Testflug durch, bei dem die neue Inneneinrichtung bei normalen und auch extremen Flugbedingungen auf ihre einwandfreie Tauglichkeit überprüft wird. In den Umbau der fünf Flugzeuge investiert SWISS rund 100 Millionen Franken.

Die neuen Economy-Sitze werden für den Einbau vorbereitet.
Ausgebaute Kabinenteile wie die Gepäckfächer oder die Deckenverkleidung werden im Hangar fein säuberlich bereitgelegt, um sie später wieder montieren zu können.

«Es gibt kein einziges Element in der Kabine, das wir nicht in irgendeiner Form anfassen.»

Vier Fragen an Christoph Kienast, Projektleiter A340 Cabin Refurbishment SWISS

Christoph, das Umbauprojekt gehört zu den komplexeren Projekten der vergangenen Jahre bei SWISS. Wann ist es gestartet?

Im Sommer 2016 haben wir mit den Projektierungs- und Planungsarbeiten begonnen. Ich selber bin im Februar 2017 zum Projekt gestossen. Im Dezember 2018 begann man dann mit dem Umbau der ersten Maschine.

Welches sind die grössten Herausforderungen eines solchen Umbaus?

Eigentlich alles. (lacht) Airlines möchten die Kabine nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Das geht von der Anordnung der Sitze über die Sitze selbst und die Küchen bis hin zur Farbe der Vorhänge und der Abdeckungen. Das hat zur Folge, dass die Entwicklung der einzelnen Bestandteile – wie eben zum Beispiel eines Sitzes – sehr viel Zeit beansprucht. Es gibt kein einziges Element in der Kabine, das wir nicht in irgendeiner Form anfassen, ausbauen, verschieben oder ersetzen.

Vor Inbetriebnahme werden umfangreiche Tests durchgeführt. Wie sehen diese aus?

Einerseits werden die Sitze auf ihre verschiedenen Funktionen geprüft. Dann werden alle vorhandenen Materialkombinationen einem Brandtest unterzogen. Im Anschluss folgen umfangreiche Belastungstests mit Krafteinwirkungen von allen Seiten. Und zum Schluss wird – wie bei einem Auto Crashtest – eine Sitzkombination sprichwörtlich «an die Wand gefahren», um zu prüfen, ob alle eingebauten Elemente fix an ihrem Platz bleiben. Nach dem Einbau im Flugzeug werden nochmals alle Funktionen geprüft, um sicherzustellen, dass alles wie gewünscht umgesetzt wurde.

Warum werden die Flugzeuge in Dresden umgebaut?

Ursprünglich war geplant, die Arbeiten bei Sabena Technics in Bordeaux vornehmen zu lassen. Aufgrund von Lieferverzögerungen, hauptsächlich für die Sitze der First Class, waren wir kurzfristig gezwungen, einen anderen Partner zu suchen. Die Elbe Flugzeugwerke in Dresden konnten uns glücklicherweise die erforderlichen Kapazitäten anbieten. Ein vorteilhafter Nebeneffekt: SWISS fliegt zweimal täglich direkt nach Dresden, was uns bei der komplexen Materiallogistik deutlich hilft.

Was ist neu in der A340-300-Kabine?

  • Economy-Class-Sitz mit neuen, innovativen Wabenkissen
  • Halb zusammenklappbarer Tisch, ermöglicht mehr Beinfreiheit
  • Schnelleres und stabileres Inflight-Entertainment-System
  • Connectivity (WLAN an Bord)
  • Neue First-Class- (ähnlich wie in der Boeing 777) und Business-Class-Sitze (wie in der Boeing 777)
  • In allen Klassen LED-Moodlight
  • Neue Bordküchen in allen Klassen

Mit diesen Neuerungen bietet SWISS den Fluggästen auf der Langstrecke wieder ein durchgängig modernes Kabinenprodukt.