Sie sind im Begriff eine externe Seite zu öffnen. Deren Inhalte sind möglicherweise nicht für alle Benutzer verfügbar.

„Flight Attendant ist mein Traumjob!“

Auf English oder Français lesen

Zula ist im SOS-Kinderdorf Quthing in Lesotho aufgewachsen. Heute studiert sie Tourismusmanagement. Eine Delegation von SWISS und SOS-Kinderdorf besuchte das gemeinsame Fokusprojekt Lesotho und traf die beeindruckende junge Frau. Dabei waren auch zwei Cabin Crew Member, die die SWISS Spendenaktion in ihrem Alltag an Bord tatkräftig unterstützen.

Plötzlich kommen ihr die Tränen. Zula hält zum ersten Mal das SWISS Magazine vom Oktober 2017 in den Händen. Mit Interesse liest sie die Zeilen über ihr eigenes Leben und realisiert, wie viele Menschen von ihrer bewegenden Geschichte erfahren haben. Die 20-Jährige ist Vollwaise – und dennoch auf Erfolgskurs. Nach einer von Schicksalsschlägen geprägten Kindheit kam sie ins SOS-Kinderdorf. Das Leben mit der Ersatzfamilie gab ihr einen geregelten Alltag, den Zugang zu Bildung, medizinische Versorgung und finanzielle Unterstützung. Wir sind mit Zula zu Besuch im SOS-Kinderdorf Quthing im Süden Lesothos. Das Dorf wurde 2010 gegründet und liegt einladend inmitten sanfter Hügel. In einem der zwölf Familienhäuser ist Zula aufgewachsen. Mit leiser Stimme führt sie uns durch die schlichten Räume. In der Küche hängt der handgeschriebene Menüplan der aktuellen Woche: Heute gibt es einen Brei aus Maismehl und frisches Gemüse aus dem Garten. «Ich komme immer wieder gerne hierher und helfe meiner Mama beim Kochen», sagt Zula. Ihre «Mama» ist nicht ihre leibliche Mutter, sondern ihre Bezugsperson, mit der sie in einem der Häuser viele Jahre zusammengelebt hat – gemeinsam mit sieben weiteren Kindern. Stolz zeigt Zula Pokale und Medaillen, die sie für ausserordentliche Schulleistungen erhalten hat. Morgens um fünf klingelte damals der Wecker, abends um neun ging es ins Bett. Das Schlafzimmer teilte sie sich mit drei anderen Mädchen. War denn immer pünktlich zur Schlafenszeit Ruhe im Zimmer? Zula schmunzelt: «Natürlich!»

Für das Studium in die Hauptstadt

Zula hat gerade Semesterferien, ins SOS-Kinderdorf kommt sie nur noch als Besucherin. Sie lebt in einer Wohngemeinschaft in der Hauptstadt Maseru und studiert seit eineinhalb Jahren Tourismusmanagement. «Zurzeit suche ich einen Praktikumsplatz. Ein sechsmonatiges Praktikum gehört zu meinem Studium.» Kein einfaches Unterfangen bei einer Jugendarbeitslosigkeit von knapp 40 Prozent. Lesotho gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, fast die Hälfte der Bevölkerung lebt laut dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Armut. Doch Zula ist zuversichtlich. «Vielleicht schaffe ich mit einem Praktikum den Berufseinstieg.» In der Tourismusbranche soll es sein, so viel steht fest. Ihr grosser Traum ist es, eines Tages über den Wolken zu arbeiten. «Für Flight Attendants dreht sich alles um Gastfreundschaft. Man berät Reisende und umsorgt sie. Das gefällt mir. Ausserdem möchte ich reisen und Abenteuer erleben!» Zulas Tränen sind getrocknet. Der Artikel hat sie aufgewühlt – prägende Momente ihres jungen, aber ereignisreichen Lebens sind wieder hochgekommen. Doch sie lächelt. Sie ist stolz auf das, was sie erreicht hat.

«Anlässlich der Reise hat SWISS mit einer direkten Sonderspende diverse nachhaltige Geschenke für Ausbildungzentren und Schulen überreicht», berichtet Christoph Ulrich, Head of Human Resources bei SWISS.
Jasmin Lorber-Marty, Maître de Cabine, begutachtet ein Geschenk, eine Aluminium-Schneidemaschine.

Text: Florian Flämig / Photos: Simon Huber