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The talents of tomorrow

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Peter Wild fliegt nicht nur für SWISS, er ist auch Ausbilder. An der ETH Zürich, einer der besten Universitäten der Welt, versorgt er die Luftfahrtindustrie mit Talenten.

Eben hat alles wieder von vorne begonnen. Semes­terbeginn: Peter Wild steht in einem Hörsaal der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) Zürich und mustert die Gesichter seiner neuen Studenten. Ist Neugier zu sehen, Kompetenz zu erkennen? Wild leitet das Programm Aviation an der ETH. 200 Studenten pro Jahr vermittelt er die Grundsätze des Lufttransports – vom Flughafenbetrieb über den Unterhalt der Flug­zeuge bis hin zum Management einer Airline.

Wilds Herausforderung: Nicht nur das ETH­ Pro­gramm deckt das ganze Spektrum ab – auch seine Studenten entspringen allen möglichen Fachrich­tungen. Ingenieure jeder Prägung sind dabei, aber auch Umweltwissenschaftler,  Ernährungsspezialis­ten und Staatswissenschaftler. Also legt Wild zu Beginn des Semesters sein Netz so weit wie mög­ lich aus, um alle Interessen einzufangen. «Viele Leute reduzieren eine Laufbahn in der Luftfahrtin­dustrie auf den Beruf des Piloten, aber es gibt so viele Jobmöglichkeiten», erklärt Peter Wild.

Der Umweltingenieur kann nach Abschluss des Programms vielleicht beim Bundesamt für Zivil­luftfahrt arbeiten, der Foodspezialist bei einem Caterer und der Staatswissenschaftler  an der Schnittstelle zwischen Politik und Luftfahrt. «Die Arbeitgeber haben grosses Interesse an unseren Absolventen – und dies weit über die Schweiz hinaus», denn es mangle auf der Welt an guten Ausbildungsprogrammen in der Luftfahrt.

Peter Wild muss es wissen. Der 49­-jährige war in der ganzen Welt, um dahin zu kommen, wo er jetzt ist. Mit 17 Jahren wurde er jüngster Pilot der Schweiz, mit 20 Jahren war er bereits Instruktor. Er arbeitete erst für die Rettungsflugwacht, dann lange Jahre für die Swissair – und heute mit über 15 000 Flugstunden für SWISS als Captain und Fluglehrer.

Doch die Fliegerei ist nicht seine einzige Leidenschaft. Wild verfolgte von Beginn weg zwei Karrieren: Wenn er nicht im Cockpit sass, studierte der Innerschweizer Betriebswirtschaft in Zürich sowie am renommierten IMD ­Institut in Lausanne und doktorierte in strategischem Airline­ Manage­ment in den USA und Australien. SWISS hat ihm die doppelte Laufbahn ermöglicht, ihn stets gefördert: «Die Luftfahrt – insbesondere SWISS – ist in dieser Beziehung viel fortschrittlicher als andere Industriezweige. Teilzeitarbeitsmodelle sind bei uns weit verbreitet.»

Also bildet Peter Wild heute bei SWISS Piloten und an der ETH Talente für die gesamte Industrie aus. Er macht das nicht alleine. Das Credo der Ausbildung: Die besten Experten aus jedem Fach­ gebiet stehen vorne und unterrichten. Seit sechs Jahren besteht das Aviation­ Programm und es findet grossen Zuspruch. Laut Rektorat zählt es zu den beliebtesten der ganzen Universität, die Absolventen verteilen Bestnoten. «Und das ist dann unser Zahltag», erzählt Wild. «Wegen des Geldes macht das keiner, sondern wegen der Gewissheit, Studenten aus allen Bereichen für die Luftfahrtindustrie begeistert zu haben.»

Text: Renato Beck / Photos: Pascal Mora


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