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Eine kulinarische Reise durch die asiatischen Metropolen – Vietnam, Hanoi

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Die Schweizer Food-Bloggerin und Kochbuchautorin Nadia Damaso, ist für SWISS in die asiatischen Metropolen gereist und hat sich durch traditionelle als auch unkonventionelle Gerichte geschlemmt.

Im ihrem dritten Beitrag über ihre Reise stellt sie euch die kulinarischen Highlights der vietnamesischen Küche vor.

Vietnam, Hanoi 

Wenn ich das Land nennen muss, wo mir das Essen am allerbesten geschmeckt hat – dann kann ich das wie aus der Pistole geschossen mit Vietnam, Vietnam und nochmals Vietnam beantworten! Selten habe ich so viel und so gut und so frisch und so gut (habe ich gut schon erwähnt?) gegessen! Wer einen Abstecher in den Gemüse-, Kräuter- und Früchtehimmel machen möchte, der sollte, so schnell es geht, eine Reise in das Land der Drachensöhne planen! Doch wieso nennt man Vietnam das Land der Drachensöhne? Es gibt eine Sage, die besagt, dass die Bevölkerung Vietnams von je 50 Frauen und Männern abstammt, die von einem Drachen geboren wurden. Eine andere Sage besagt, dass der Drache von Ha Noi aus losflog und in Ha Long Bay landete, wo er 2000 Eier legte. «Ha» bedeutet «landen», «Long» bedeutet «Drachen» und «Bay» bedeutet «Bucht», «Bucht des landenden Drachen» also. Und Ha Long Bay sollte man auch gesehen haben, wenn man in Vietnam ist! 2000 Felsen, die im Wasser stehen, als wären sie am Sonnenbaden. Etwas, das ich noch nie zuvor gesehen habe und erst richtig einfährt, wenn man es mit den eigenen Augen sieht! Und das Essen muss man ebenfalls in Vietnam selbst probiert haben, um zu realisieren, wie gut es ist! Aber was soll man in Vietnam nun bestellen bei der riesigen Auswahl an Gerichten? Hier meine Favoriten, bei denen man kaum enttäuscht werden kann:
• Bành xèo – Reiscrêpe aus Reismehl, Kokosmilch und Kurkuma, gefüllt mit viel Gemüse und serviert mit Salatblättern, Kräutern und «Nuoc cham», der absolut besten Sauce, bestehend aus Fischsauce, Wasser, Zucker, Limettensaft oder Zitronensaft, Knoblauch und Chili. So einfach und so lecker!
• Bành cuốn – mein Favorit! Gedämpfte vietnamesische Reismehlcrêpes, nach Wahl gefüllt mit Gemüse, Tofu, Shrimps usw., ebenfalls mit «Nuoc cham» serviert.
• Rau muống – gekochter und dann in ganz viel Knoblauch und etwas Öl angebratener Wasserspinat! Wenn ich Wasserspinat aus meinen Wänden wachsen lassen könnte, würde ich das ohne Wenn und Aber tun, so gut war der!
• Pho – Reisnudelsuppe mit frischen Kräutern, Gemüse und je nachdem mit Tofu, Shrimps usw.
• Bún riêu – Reisnudelsuppe mit Krabbenfleisch, Tofu und Tomaten, mega!
• Gỏi cuốn – frische Sommerrollen im Reispapier (nicht frittiert), nach Wahl gefüllt mit Gemüse und Shrimps usw. Dazu kommt oft eine süssliche Sauce mit Erdnüssen.
• Gỏi – vietnamesisches Wort für «Salat». Meist gemacht mit grüner Mango, Papaya oder Pomelo. Es gibt ganz viele verschiedene Varianten, doch die Sauce dazu machts immer aus. Und jeder Salat war einfach nur wow!

Not to miss:
• Hoi An – ein kleines Künstlerstädtchen an der Küste, 600 km südlich von Hanoi mit unheimlich gutem Essen, einem grossen Markt und den besten Iced Coconut Coffees! Unbedingt auch die Spezialität «White Rose», eine Art Dumpling, probieren. Von Hanoi 1 Flugstunde und 30 Minuten mit dem Taxi entfernt und innerhalb eines Tages von Hanoi aus machbar.
• Ha Long Bay – UNESCO-Weltkulturerbe mit über 2000 Felsen im Wasser. Atemberaubend schön! Von Hanoi aus mit dem Bus (in ca. 3,5 h) erreichbar. Wird meist als 2-Tages-Trip gebucht, mit Übernachtung auf einem Schiff. Aber Achtung: Ha Long Bay ist extrem touristisch!
• Mit dem Seaplane über Ha Long Bay fliegen. Kostet zwar ca. 120 Franken für 25 Minuten, aber jeder Blick ist dies absolut wert! Atemberaubend, die Felsen im Wasser von oben zu sehen!

Wichtig zu wissen ist, dass… 
• … der Norden und der Süden von der Kulinarik her ganz unterschiedlich sind! Im Süden haben die Gerichte viel mehr Süsse und Schärfe drin – im Norden dagegen sind die Gerichte eher salziger und etwas säuerlicher.
• … man zu Fuss gehen sollte, wann immer es geht. So sieht man nicht nur am meisten, man bekommt so auch mehr Hunger und hat mehr Platz für all das gute Essen!: P
• … das Gehupe auf den Strassen ganz normal ist (sich also am besten schnell daran gewöhnen).
• … Vietnam extrem billig ist! Man kommt extrem günstig herum – vor allem wenn man hauptsächlich Street Food isst (was auch mit Abstand am besten ist).
• … «How are you?» etwa so viele verstehen, wie bei uns Chinesisch sprechen können. Also kaum jemand. Daher ist es am besten, einige Wörter wie «Hallo», «Danke», «Bitte», «Wie geht es?» auswendig zu lernen – das bricht meist die Sprachbarriere und definitiv auch die Sympathiebarriere.

 

Text: Nadia Damaso
Bild: Nadia Damaso & Tanja Wüthrich