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Das Beste beider Welten

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Es ist vier Uhr morgens, der Wecker reisst mich unsanft aus dem Schlaf.

Welcher Tag ist heute? Muss ich schon in die Redaktion? Nach kurzer Orientierung fällt mir ein: Ich darf mal wieder in die Luft! Ich fliege seit dreieinhalb Jahren bei SWISS, seit Anfang dieses Jahres bin ich allerdings nur noch als Freelance Flight Attendant auf der Strecke
unterwegs. Was bedeutet, dass ich aushilfsweise in den Sommermonaten und teilweise an Feiertagen fliege, um die festangestellten Kolleginnen und Kollegen zu entlasten. Ausserdem kann ich so noch eine andere Tätigkeit ausüben, wie derzeit als Praktikantin beim SWISS Magazine.
Um meine Qualifikation auf einem bestimmten Flugzeugtyp nicht zu verlieren, muss ich mindestens alle sechs Monate einen sogenannten «Recency Flight» absolvieren. Da ich seit Beginn meines Praktikums nicht mehr auf unserem neuen Langstrecken- Flaggschiff, der Boeing 777, geflogen bin, wird es heute mal wieder Zeit. Also raus aus dem Bett und rein in die Uniform!

Meine Arbeitsstationen lauten heute also nicht Zürich-Basel-Zürich, sondern Zürich-Genf Zürich-Prag-Zürich. Beim Briefing um 6.40 Uhr im Operation Center am Zürcher Flughafen ist von Müdigkeit keine Rede mehr: Alle elf Cabin Crew Member sind tipptopp zurechtgemacht und unterhalten sich munter, bis es losgeht. Jedem liegt sein eigenes Briefing Sheet vor, zusätzlich erhalten wir Informationen von unserem Maître de Cabine, dem Kabinenchef für heute. Und es dauert nicht lange, da klopfen auch schon die Piloten an die Tür, um uns Details wie die Flugzeiten und die Wetterverhältnisse unterwegs mitzuteilen. Nachdem wir alle durch die Sicherheitskontrolle gegangen sind, geht es endlich ins Flugzeug. Bevor die Gäste kommen, muss noch einiges vorbereitet werden. Jedes Cabin Crew Member hat seine eigene Station und Tür, für die es verantwortlich ist. Der Equipment Check wird mit einer für jede Station individuellen Checkliste durchgeführt. Ich bin heute unter anderem für das medizinische Equipment verantwortlich. Funktioniert der Defibrillator? Ist die Beatmungsmaske an ihrem Platz? Ist das First Aid Kit vollständig? Nachdem auch gecheckt ist, ob wir genügend
Essen und Getränke geladen haben, kann das Boarding beginnen. Wenn auch unser Headcount(wir zählen jeden Gast) mit der Zahl des Gates übereinstimmt, können wir die Türen schliessen.

Kurz vor dem Start gilt es, sich nochmal besonders zu konzentrieren. Wir nennen es die «One minute of silent review». Während dieser Zeit machen wir uns unsere Aufgaben nochmal ganz genau bewusst: Wie öffne ich meine Tür im Notfall? Welches Equipment ist mir zugeteilt?
Nach dem Start legen wir sofort mit dem Service los, denn besonders innerhalb Europas sind die Flugzeiten kurz. Wir verteilen das Essen, bieten Getränke an und räumen hinterher wieder ab. Was man von aussen nicht sieht: Diese Phase des Flugs beinhaltet für uns weitere Aufgaben.
Geht es allen Gästen körperlich gut oder verhält sich jemand seltsam? Steigt jemandem der Alkohol zu Kopf? Sind die Flugzeuggeräusche normal? Gutes Teamwork, Kommunikation und ein lückenloses Wissen über das Equipment und unsere Medikamente an Bord sind hier unabdingbar. Wenn es die Flugzeit erlaubt, wird noch der Duty-Free-Verkauf durchgeführt. Danach bereiten wir die Kabine auch schon für die Landung vor. Gepäckstücke müssen verstaut und Gläser eingesammelt werden. Bevor ich’s mich versehe, bin ich schon wieder auf dem Boden und verabschiede die Gäste, die ich gefühlt gerade erst begrüsst habe. Nach unserem letzten von vier Flügen landen wir pünktlich um 16 Uhr wieder in Zürich.

Selbst nach zwölf Stunden auf den Beinen kann ich sagen: Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man Spass hat. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Einsatz! Aber morgen geht’s erstmal wieder nach Basel, zurück in die Redaktion – das nächste Heft wartet schon …

 

Text: Aylin Aslan / Photos: Jen Ries

Bist du neugierig geworden? Erfahre mehr über eine Karriere als Cabin Crew Member unter swiss.com.