Sie sind im Begriff eine externe Seite zu öffnen. Deren Inhalte sind möglicherweise nicht für alle Benutzer verfügbar.

Network Management – Wichtige Planung im Hintergrund

Auf English lesen

In diesem Sommer erweitert SWISS ihr europäisches Streckennetz ab Zürich um fünf neue attraktive Reiseziele: Bergen (Norwegen), Cork (Irland), Figari (Korsika), Niš (Serbien) und Sylt (Deutschland).

Immer dann, wenn neue Destinationen ins Streckennetz aufgenommen werden, hat das Network Management seine Finger im Spiel. Kaum einer vermag dabei die Komplexität der Planung, die mit der Aufnahme neuer Strecken einhergeht, anschaulicher darzustellen als der Leiter der Abteilung, Martin Apsel-von zur Gathen. Der 32-Jährige wollte ursprünglich Pilot werden, hat dann aber Aviation Management studiert und ist heute glücklich, SWISS mitbewegen zu können: «Wir sind eine zentrale Schnittstelle der Airline – was wir tun, hat direkte Auswirkungen auf alle anderen Bereiche des Unternehmens.»

Doch womit beschäftigt sich das Network Management eigentlich genau? Erst einmal verfolgt und analysiert es permanent die Entwicklungen auf sämtlichen Routen und in allen Märkten von SWISS, um das Flugplanangebot und die Wirtschaftlichkeit des Streckennetzes stetig zu verbessern. Darüber hinaus entwickeln die Spezialisten des Network Management Ideen für neue Destinationen wie zum Beispiel Cork. Bereits heute reisen viele Gäste mit dem bestehenden SWISS Flug via Dublin nach Cork. Mit einem Direktflug lässt sich die Reisezeit deutlich verkürzen, was Irlandurlaubern attraktive Kombinationen für die An- und Abreise eröffnet. Chancen wie diese können sich immer auch kurzfristig ergeben. Diese Arbeit geschieht in enger Abstimmung mit anderen Abteilungen, die für den kommerziellen Erfolg mitverantwortlich sind. Entscheidungen für neue Langstreckendestinationen werden rund zehn bis zwölf Monate im Voraus gefällt. Bei den Kurzstrecken beläuft sich die Vorlaufzeit auf rund sechs Monate. Und schliesslich ist der Bereich auch an der Steuerung der Prozesse innerhalb der Lufthansa Gruppe beteiligt.

Apsel-von zur Gathen: «Unser Ziel ist es, uns innerhalb der Gruppe möglichst gut abzustimmen, rasch zu Entscheidungen zu kommen, voneinander zu lernen und uns gegenseitig dabei zu unterstützen, für unsere Kunden den bestmöglichen Flugplan zu erstellen.»

Klar, dass dabei das Langstreckennetz mehr Koordination verlangt: «Bei der Planung der Langstrecke arbeiten wir in integrierten Teams mit den Kollegen der anderen Lufthansa Group Hubs Frankfurt, München und Wien zusammen. Als entschieden wurde, dass unsere neue Boeing 777-300 ER ab Zürich nach San Francisco eingesetzt werden soll, geschah dies vor dem Hintergrund der gruppenübergreifenden Flugplanentwicklung nach Kalifornien. Sehr ähnlich verhält es sich auch mit der Flottenplanung.» Der klar definierte Planungsprozess beginnt dabei meist mit der Frage nach der Kapazität: Wie viele Flieger stehen uns zur Verfügung, um zusätzliche Routen bedienen zu können?

«Spannend ist das Spektrum, in dem Entscheidungen getroffen werden müssen: Morgens diskutiert man beispielsweise die langfristige Flotten- und Kapazitätsplanung, während nachmittags plötzlich festgelegt werden muss, wie man einen zusätzlichen Flug für Fans, die an die Eishockey-WM möchten, einplanen kann», erklärt Apsel-von zur Gathen. «Solide Kenntnisse der Marktlage, Informationen über die Flugpläne der Mitbewerber und vor allem Flexibilität sind essenziell, wenn es darum geht, das Umsatz- und Gewinnpotenzial eines Airline-Netzwerks bestmöglich auszuschöpfen.» Wie komplex die Sachlage rund um das Netzwerkmanagement ist, beweist letztlich die Tatsache, dass die Aufnahme einer neuen Destination am Ende daran scheitern kann, dass für die SWISS Flieger keine passenden Slots zu den gewünschten Zeiten gefunden werden können. Planung ist das A und O!

 

Text: Tamás Kiss / Photos: Claudia Link