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Was darf es sein? Kaffee oder Tee?

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Einen grossen und wichtigen Teil der Arbeit als Cabin Crew Member macht das sogenannte «Daily Business» aus, also der Service an Bord. Dazu gehören neben einer intensiven Ausbildung im Service auch die Vermittlung von Kenntnissen über unsere Bordprodukte. Von der passenden Weinbegleitung bis hin zu den Zutaten eines Economy Class Desserts – wir kennen uns mit guter Verpflegung in der Luft aus. Auch die Koordination bestimmter Serviceabläufe fällt in unseren Bereich. Dass dabei immer wieder nicht alltägliche Situationen zu bewältigen sind, stellt für uns eine spannende Herausforderung dar. Denn je nach Destination, Flugdauer oder Buchungsklasse variiert das Produkt enorm und es heisst, sich jeden Tag auf neue Aufgaben einzulassen.

In meinem letzten Beitrag habe ich euch alles über die Uniform und unser Erscheinungsbild als Cabin Crew Member erzählt – nun da wir ganz SWISS like aussehen, geht es darum, sich auch SWISS like zu verhalten. Dazu gehört unter anderem, sich das gesamte Wissen eines Cabin Crew Members anzueignen. Der anschliessende Ausbildungsteil ist ein sehr spannender, aber auch sehr intensiver Teil und wie immer gibt es wieder viel zu lernen.

Ins Thema eingeführt wurden wir durch einen Besuch des «Product Hub» im Operation Center. In diesem Schauraum sind alle derzeitigen Produkte von SWISS ausgestellt. Vom aktuellen Essen an Bord bis hin zu den Sitzen ist alles zum Selbst-Erleben aufgebaut.  Zudem sind die Produkte beispielhaft hergerichtet, so wie sie dann auch an Bord den Gästen präsentiert und serviert werden sollen. Beispielsweise sind die Trolleys fixfertig aufgebaut, um uns Lernenden einen Eindruck zu vermitteln, was der Aufbau schlussendlich beinhaltet  und wie der Trolley idealerweise aussehen soll. Was mich auch sehr fasziniert hat, sind die First Class Sitze. Auch wenn diese für uns während dieses Ausbildungsteils nicht zwingend wichtig sind, war es umso spannender, sie  – einmal im Leben – testen zu können. Man kann sagen, es fühlt sich an wie auf Wolken,  sodass schnell in Vergessenheit gerät, dass die Sitze sich in einem Flieger befinden.

Am Nachmittag trainierten wir in 2er- und 3er- Teams den Aufbau der Economy Trolleys. Es war eine super Stimmung, wir hatten total Spass und es gab so viel zu entdecken und selbstverständlich zu lernen. Uns beschäftigten Fragen wie: „Wie wird der Rotwein auf dem Trolley ansprechend präsentiert?“,«wo kommen die Becher hin?», «wie sollen die Servietten auf den Sandwiches platziert werden?», «in welchen Behälter wird der Tee ausgeschenkt?». Diese feinen Details tragen schliesslich zum perfekten Erlebnis an Board bei. Zudem lernten wir einige coole und praktische Tricks, wie man am besten einen Trolley belädt um 200 Personen so effizient  und galant wie möglich zu bedienen.

Ein weiteres spannendes Thema stellt  die Board-Küche (im Fachjargon Galley genannt) dar: In einem Kurzstrecken-Flugzeug hat es in der Eco Galley ca. 10 Trolleys. Dabei ist es wichtig, die Board-Küche so gut wie möglich zu kennen und zu wissen, was sich in welchem Trolley befindet. Diese Kenntnisse sind  entscheidend für ein gutes Zeitmanagement  – wenn man weiss, wo sich was befindet, spart dies Zeit. Und Zeit ist in der Flugbranche bekanntlich knapp.

Am nächsten Tag hatten wir eine Führung zu Gate Gourmet, unserem Catering-Lieferanten an Bord. Dies war sehr spannend. Nun wussten wir auch, wie die Produkte für die Trolleys vorbereitet und «flugtauglich» gemacht werden. Auch sehr interessant zu sehen war, was mit dem Abfall, der auf einem Flug anfällt, passiert. Dies gab uns ein besseres Bewusstsein für das saubere und bewusste Arbeiten an Bord.

Das Economy Produkt hatten wir nun ziemlich gut im Griff. Wir kannten die Auswahl der Weine, wie diese serviert werden und wie die Trolleys aufgebaut werden müssen. Ach ja, fast vergessen: Man kann sogenannte «Special Meals» bei der Buchung mitbestellen. Damit wird garantiert, dass Allergiker während des Fluges nichts Falsches essen. Es gibt z. B. aber auch koschere oder halale Mahlzeiten, die einen religiösen Hintergrund haben. Wusstet ihr, dass es bei SWISS mehr als 16 verschiedene «Special Meals» gibt? Ich jedenfalls bis dato noch nicht. Damit wir für die Zukunft wissen, welches Essen wir den Passagieren an Board servieren, haben wir uns quer durch das «Special Meal»-Sortiment «probieren» dürfen. Dies war eine tolle Erfahrung – vor allem durften wir feststellen, dass das Flugzeugessen seinen manchmal etwas unrühmlichen Ruf überhaupt nicht verdient hat.

Nun weiter zum Business Class Produkt. Hierfür haben wir in einem speziellen «Mock-up» geübt, welches genauso aussieht wie eine Flugzeugkabine. Klar, bei unserem Business Class Produkt gibt es noch einige weitere Besonderheiten. Alles ist etwas anspruchsvoller, da die Auswahl an Getränken reichhaltiger ist, das Essen anders serviert wird und auch der Umgang mit den Gästen ein gewisses Mass an Professionalität bedingt. So gehört beispielsweise auch dazu, dass man die Namen der einzelnen Passagiere kennt und sich zum Beispiel im Laufe des Fluges merkt, wer stilles oder wer sprudelndes Wasser trinkt. Definitiv eine andere Welt.

Neben dem eigentlichen Produkt und dem Service haben wir auch gelernt, wie man idealerweise auf bestimmte zwischenmenschliche Situationen reagiert. Wie wir beispielsweise mit Gästen umgehen, die unter Flugangst leiden. An erster Stelle ist sicher wichtig, dass man sich dieser Gäste annimmt und für sie da ist. Auch hilft es, wenn man dem Passagier klar erklärt, was gerade passiert und wodurch unbekannte Geräusche entstehen können. Wir möchten selbstverständlich, dass jeder Gast eine gute und schöne Zeit bei uns an Bord erlebt.

So, dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Ausbildungsteil Product & Service. Jetzt herrscht erst mal Vorfreude, denn nun geht es ab auf die Kurzstrecke. Meine Vorfreude ist riesig. Endlich kann ich umsetzen, was ich in den vergangen Wochen fleissig gelernt habe. Für mich geht es als Erstes nach Bukarest, Hannover und Wien.

I am ready for take-off.

Eure Martina