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Rundum eine flotte Sache

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Wenn auf dem Flughafen Zürich kurz vor 23 Uhr die letzten Flieger starten, sind im Hangar die rund 30 Techniker der Nachtschicht längst dabei, die SWISS Flugzeuge zu prüfen, Inspektionen durchzuführen und die Maschinen für die Flüge am kommenden Tag einsatzbereit zu machen.

Eben noch wurde an einem Avro RJ100 ein Triebwerk aus gewechselt, nun wird die Maschine in die Schallschutzhalle geschleppt, wo sie einem Test unterzogen wird. Unterdessen wird in der riesigen Flugzeughalle an zwei weiteren Avros und einem Airbus A320 gearbeitet. Raphael Martin, Aircraft Engineer, erklärt: «Bei der Avro-RJ-100 Flotte führen wir nach jeweils 800 bis 1000 Flugstunden sogenannte A-Checks durch. Das Gleiche gilt auch für die 777, die C Series – und ab 1. April für die komplette Airbus-Flotte. Und nach 24 Stunden wird bei jedem SWISS Kurz- und Langstreckenflieger ein ‹Daily Check› durchgeführt, im Lauf der Woche zusätzlich ein ‹Weekly Check›.» «Es sind planbare Arbeiten, die uns zu einem Hauptteil beschäftigen, auch wenn ein unvorhergesehener Triebwerkwechsel in São Paulo oder der Austausch einer Landeklappe in Nairobi natürlich mehr Aufmerksamkeit generieren», erklärt Stephan Regli.

Er ist als Head of Maintenance dafür verantwortlich, dass sämtliche Arbeiten an den Flugzeugen rechtzeitig und unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ausgeführt werden. «Grundsätzlich sind für uns die regelmässigen Checks der Langstreckenflieger am besten planbar – sie haben die längsten Standzeiten an ihrer Homebase.» Anders sei dies bei den Kurzstreckenfliegern, «bei denen es tagsüber meist um die Behebung kleinerer Störungen geht». Zum Beispiel die Problembehebung beim Navigationssystem. «In diesem Fall setzen wir auf eine Art schnelle Eingreiftruppe, die aus rund zehn Mechanikern besteht. Sie arbeiten direkt auf den Aussenstandplätzen», erzählt Regli weiter. Zeitintensivere und komplexere Arbeiten werden dagegen nachts erledigt. «Weitere Checks und die alle paar Jahre fälligen Generalüberholungen werden durch spezialisierte Firmen ausgeführt. Wichtig ist uns in jedem Fall, dass sämtliche Arbeiten an den SWISS Flugzeugen immer von lizenzierten Flugzeugmechanikern ausgeführt werden – wobei ihr Ausbildungsgrad und ihre Kenntnisse natürlich berücksichtigt werden.»

Die oberste Maxime ist auch für Stephan Regli und sein Team klar definiert: «SWISS steht für Qualität. Dies bedeutet, dass die Flugzeuge jederzeit sicher und pünktlich starten können. Unsere Teams arbeiten rund um die Uhr daran, maximale Sicherheit und Pünktlichkeit zu gewährleisten – im Zweifelsfall geht aber die Sicherheit immer vor.» Herausforderungen stellen sich dabei einige: «Das fängt bei der Bewirtschaftung unseres Lagers an, in dem wir permanent rund 50000 Flugzeugteile führen, und führt weiter über die Tatsache, dass wir derzeit Flugzeugtypen von vier verschiedenen Herstellern warten, bis hin zur ganzen Dynamik des Flugbetriebs, zur Aufrechterhaltung eines 24/7Betriebs und zur Betreuung von rund 100 Lernenden.» Ein anspruchsvolles Aufgabengebiet, da stimmt Regli zu. Dafür umso – wortwörtlich – bewegender!

Text: Tamás Kiss / Photos: Jen Ries