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Uniform sitzt, Lippenstift montiert und Herz am richtigen Fleck – Welcome aboard!

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Auf diesen Teil der Ausbildung habe ich mich besonders gefreut. Nachdem wir den Safety-,  Security- und Medical-Teil unserer Ausbildung erfolgreich hinter uns gebracht hatten, konnten wir uns nun den „schönen“ Dingen widmen – wortwörtlich. Vor allem für das weibliche Geschlecht kam schon nur beim Gedanken „Erscheinungsbild“ Freude auf. Schlussendlich gehört auch adrettes und gepflegtes Aussehen zu einer Top-Flugbegleiterin. Das fängt bei der richtig sitzenden Uniform an, geht über gute Manieren bis hin zum perfekten Lippenstift. Wir repräsentieren schliesslich die Airline der Schweiz – SWISS.

Kurz zum Anfang: An diesem verregneten Montagmorgen war ich schon etwas aufgeregt, das erste Mal in Uniform aus dem Haus zu gehen. Was werden wohl die Pendler im Zug von mir denken? Werden sie mich auf die Uniform ansprechen oder nur musternd anschauen? Als ich mit meinem klitschnassen Regenschirm endlich im Klassenzimmer ankam, hatten einige meiner Klassenkameraden bereits einiges zu erzählen. Jemand wurde auf der Strasse angesprochen und nach dem Weg gefragt, einer Kollegin wurde sogar der Crew Bag (das Flight Attendant Köfferchen) die Treppe hochgetragen und jemand durfte sogar 1. Klasse mit der SBB fahren. Ja, so eine Uniform hat anscheinend tatsächlich magische Kräfte. Jetzt mussten wir nur noch lernen, diese auch richtig einzusetzen.

Es war ein wunderschöner aber zugleich auch ungewohnter Anblick – all meine Kollegen in Uniform. Alle sahen plötzlich so anders, irgendwie erwachsener aus. Jetzt wurde es tatsächlich ernst. Der Tag war in verschiedene Workshops eingeteilt. Als Erstes sollten wir einige Do’s und Don`ts erlernen. Beispielsweise, welche Strumpfhose dem Uniform-Standard entspricht oder welche Höhe welcher Schuhabsatz mindestens haben soll. Bis dato hatte ich nicht mal gewusst, was der Unterschied zwischen 20DEN und 40DEN war, von nun an gehörten solche Informationen zum Alltag. (Für diejenigen unter Euch, die es auch nicht wissen, „DEN“ beschreibt die Blickdichte der Strumpfhose.) Auch die Schmuckthematik wurde aufgegriffen. Schliesslich gibt es auch hierfür entsprechende Richtlinien. Zum Beispiel welche Ohrringe oder Armbänder farblich erlaubt sind und welche Edelmetalle kombiniert werden dürfen. Auch ich musste mich von nun an von einigen Schmuckstücken trennen, zumindest während das SWISS Logo Teil meiner Kleidung war.

Danach kam der Kosmetikteil. Dort lernten wir aber nicht nur wie man sich schön schminkt – nein. Wir lernten auch viel über die richtige Pflege der Haut, Zähne, Haare sowie unserer Nägel. Zudem wurde uns gezeigt, welche neusten Methoden auf dem Markt sind und welche Tipps und Tricks es gibt um unsere Erscheinung zu optimieren. Natürlich gab es danach einen Schminkkurs, welcher für mich ein Highlight des Tages darstellte.

Nicht nur der Fakt, dass wir uns in einem richtigen Beauty-Salon befanden, mit allen dazugehörenden Produkten, auch unsere Veränderung war faszinierend. Schon verrückt was so ein wenig Farbe ausmacht. Zudem durften wir auch verschiedene Looks ausprobieren. Danke SWISS, that was fun. Ach ja, für unseren männlichen Kollegen gab es natürlich eine maskulinere Alternative. Da lag der Fokus auf der Handpflege. Auch die Gesichtsbehaarung wurde thematisiert. Es wurde sogar selber Hand angelegt nach dem Motto: schnipp schnapp, Haare ab.

Nach dem Mittag gingen wir dann in den Hair-Salon. Dort wurde uns gezeigt, wie echte Flugbegleiterinnen ihre Haare tragen. Zum Beispiel ist es ganz wichtig, dass lange Haare zusammengebunden werden. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: vom Zopf bis zum Pferdeschschwanz, erlaubt ist fast alles. Natürlich gibt es auch hier einige Regeln, welche es einzuhalten gilt. Lange Haare müssen in Abständen von 10 cm mit Haargummis abgebunden werden. Es gibt aber auch Haargummis welche nicht erwünscht sind. Die Grundregel: es soll möglichst schlicht und unauffällig sein. Also keine Blumen im Haar, keine Diamanten und auch keine Schleifen oder gar Federn. Wir Frauen tobten uns so richtig aus, probierten alle möglichen Looks. Unsere Ausbilderinnen halfen uns dabei. Am Ende waren Kreationen wie „die Banane“ oder „der Dutt“ kinderleicht – je nach Haartyp und Talent natürlich.

Gegen Abend war die Verwandlung vollbracht – wow! Ich sah total anders aus – irgendwie erwachsener. Anfangs noch etwas unsicher, aber definitiv entschlossen, die Zukunft als F/A anzugehen. Nachdem wir uns gefühlte 15 Minuten im Spiegel betrachtet hatten, wurden wir von den Uniform- und Qualitätsprofis der SWISS genau unter die Lupe genommen. Jeder einzeln. Sitzt das Jackett? Ist der Rock auch nicht zu kurz? wer braucht andere Schuhe und wer benötigt das Hemd eine Nummer grösser? Diese Kleinigkeiten galt es nun noch zu korrigieren.

Ein spannender und aussergewöhnlicher Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Wir sahen jetzt wie richtige Flight Attendants aus. Nun mussten wir nur noch unsere täglichen Aufgaben erlernen respektive das Produkt an Bord beherrschen. Also ab zum Produkt- und Serviceteil der Ausbildung, where the magic finally happens.