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Ist hier jemand Arzt?

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Diesen Satz, der in vielen Hollywoodfilmen oft panisch gerufen wird, kennt jeder von uns. Falls es während eines Fluges zu einem medizinischen Notfall kommt, bedeutet es für uns erst einmal Ruhe bewahren, die Situation abschätzen und, falls nötig, medizinisches Personal ausrufen.

Gute Kommunikation ist das eine, wir haben zudem vor allem aber auch gelernt, welche Medikamente wir im Flugzeug haben und welche davon wir den Passagieren selbst abgeben dürfen oder welche nur von einem Arzt verabreicht werden können. Zudem können wir nun alle CPR (Cardiopulmonary Resuscitation) – sind also „Herz-Lungen-Wiederbelebungs-Profis“. Wir haben stundenlang geübt und die Puppen wiederbelebt – bis jeder Handgriff sitzt. Dazu gab es am Ende noch eine praktische Übung. Wir alle haben unser Bestes gegeben. Wären die Puppen nicht aus Plastik  gewesen, hätten wir sie bestimmt ins Leben zurückgeholt.

Zudem haben wir verschiedene Krankheitsbilder durchgenommen. Was sind Symptome für eine Thrombose und was können wir in solch einem Fall tun. Kennt Ihr die Anzeichen einer Thrombose? Diese können krampf- oder muskelkaterartige Schmerzen im Waden- oder Oberschenkelbereich, Spannungsgefühl, Druckschmerzen, Schwellung, ein starkes Wärmegefühl des betroffenen Beines sein. Also unbedingt bei Eurem nächsten Flug auf solche Anzeichen achten oder präventiv Thrombosestrümpfe auf dem Flug anziehen. Unsere Trainerinnen haben uns von verschiedenen Vorkommnissen erzählt und nach diesem Teil der Ausbildung sind wir – theoretisch – auf fast jeden medizinischen Notfall vorbereitet.

Zur Krönung dieser intensiven drei Wochen betraten wir in der Nacht endlich ein echtes Flugzeug, den Airbus A320P. Es war soeben von einer Rotation zurück und bereit, von den Technikern gecheckt zu werden. Unsere Instruktoren haben uns alles gezeigt – vom Cockpit bis hin zu den Toiletten. Das komplette Material wurde zweimal angeschaut. Gleichzeitig lernten wir, was wohin gehört. Schliesslich muss auf so engem Raum immer perfekte Ordnung herrschen. Bis um zwei Uhr in der Nacht waren wir im Hangar. Eine ganz spezielle Atmosphäre. Müde aber glücklich fiel ich um 3 Uhr morgens ins Bett. Eine sehr intensive Zeit neigte sich dem Ende zu. Ich fühle mich aber in jeder Hinsicht sehr gut vorbereitet.

Fazit: Mein neuer Beruf ist eine Mischung aus Polizistin, Bodyguard, Feuerwehrfrau, Rettungsschwimmerin und Ärztin. Ganz ehrlich, was will man denn mehr? Wehe jemand sagt jemals „Saftschubse“ zu mir.

Im nächsten Blogbeitrag geht es wieder weniger turbulent zu und her. Dann heisst es: Uniform anziehen, schminken und frisieren. Auf diesen Teil freue ich mich ganz besonders. Aber auch hier gibt es „Do’s“ and „Don’ts“. Zudem geht es nun darum, unsere Produkte richtig kennenzulernen. Wie mischt man schon wieder eine Bloody Mary? Daily Business eben. Freut euch.