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Behind the scenes: Ein Check mit Isabelle Bitterli

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Als der Airbus A330 mit der Kennung HB-JHH kurz vor 7 Uhr mit einer halbstündigen Verspätung auf den Standplatz Echo 23 des Flughafens Zürich rollt, steht Isabelle Bitterli von der Hangar Maintenance der SWISS eine gesunde Spannung ins Gesicht geschrieben: «Ich weiss, dass die Juliet Hotel Hotel eben aus Delhi kommt, und bin sowohl mit der Vorgeschichte dieser Maschine wie auch den Inputs vertraut, die uns die Crew bereits vorab durchgegeben hat – worauf ich während meines Checks aber letztlich stossen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Neben der grossen Verantwortung, die mein Beruf mit sich bringt, ist es vor allem auch diese Ungewissheit vor den Checks, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert.»

Nach der obligatorischen Schulzeit interessierte sich die 21-jährige Isabelle, die in Basel aufgewachsen ist, für zwei Berufe: Pilotin und Modedesignerin. An einer lokalen Berufsmesse wurde sie dann aber auf die Flugzeugmechanikerlehre aufmerksam. «Ich habe mich schon immer für Technik interessiert und würde mich als handwerklich geschickt bezeichnen. Deshalb blieb ich am Stand von Lufthansa Technik hängen und habe mich in der Folge für die vierjährige Polymechanikerlehre mit Fachrichtung Luftfahrzeugunterhalt entschieden.» Nach der Grundausbildung wurde Isabelle von SWISS Technik übernommen und ist, seit sie ihre Ausbildung im Juli 2014 erfolg-reich abgeschlossen hat, im Schichtbetrieb für die nationale Airline tätig. «Früh- und Spätschicht wechseln sich in meinem Job ab. Die Arbeit im Hangar ist dabei der Normalfall, allerdings bin ich auch gerne draussen auf dem Vorfeld, wo ich zusätzlich das Wetter erleben kann.»

Noch während die Passagiere die HB-JHH verlassen, beginnt die junge Flugzeugmechanikerin mit dem ausgedehnten Aussencheck der Maschine. Ein Kollege widmet sich den Triebwerken und dem Fahrwerk, Isabelle umrundet unterdessen den Airbus und achtet dabei mit grösster Akribie auf Schäden, die während des Fluges entstanden sein könnten. «Innerhalb eines Teams bin ich mitverantwortlich, dass der Flieger wieder freigegeben werden kann. Dieser Verantwortung bin ich mir sehr bewusst und deshalb auch entsprechend bemüht, jederzeit saubere Arbeit abzuliefern.» Sagt’s, zieht am Rumpf eine einzelne Schraube nach, wechselt ein paar Worte mit dem Kapitän und macht sich dann auf, um in der Kabine noch eine defekte Leuchte auszuwechseln.

«An meinem Beruf gefallen mir vor allem die Vielseitigkeit, die Teamarbeit und die Tatsache, dass man der weiten Welt des Reisens täglich sehr nahe ist. Ausserdem finde ich den Mix zwischen handwerklicher Arbeit am Flugzeug und Aufgaben im Büro sehr reizvoll. Und bald nimmt die SWISS mit der Boeing 777-300ER und der Bombardier CSeries 100 ja auch noch zwei neue Flugzeugtypen in ihre Flotte auf.» Negative Seiten? Isabelle lacht: «Na ja, kürzlich mussten wir bei 25 Grad einen Waste Tank ausbauen – keine wirklich schöne Arbeit, aber definitiv eine unvergessliche Erfahrung!»

Um 12.55 Uhr hebt HB-JHH durchgecheckt und planmässig ab – mit Destination Chicago.

Text: Tamás Kiss / Photos: Thomas Kern