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Dreharbeiten im Flugzeug

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Dreharbeiten im Flugzeug hören sich einfach und spannend an. Doch schon alleine wegen der limitierten Bewegungsfreiheit bildet der Drehort je nach Einstellung für die Montage eine echte Herausforderung. Für den Kinofilm DER GROSSE SOMMER haben wir Regisseur Stefan Jäger und Produzentin Katrin Renz von tellfilm GmbH und ihrem Team über die Schulter schauen dürfen und erläutern auch, was auf Seiten SWISS noch so vor sich ging.

Hin und wieder treten Filmschaffende und Fotografen an uns heran mit dem Wunsch, Aufnahmen am oder im Flugzeug machen zu dürfen. Sofern das Konzept mit der Markenstrategie von SWISS einhergeht und Marcel Benz, Head of Brand Development, die Ressourcen bereitstellen kann, steht dieser Idee an sich nichts im Weg. Die Komplexität, die die Branche mit sich bringt, macht aber auch vor dieser vermeintlichen Spassaufgabe, ein Flugzeug bereitzustellen, keinen Halt. Rebekka Hofstetter vom Global Marketing Team wurde schon öfters damit betraut. Für Regisseur Stefan Jäger und Produzentin Katrin Renz von tellfilm GmbH hatte Rebekka gewohnt effizient auf Anfang November ein Langstreckenflugzeug durch das Team von Flight Planning* und Flight Dispatch* reservieren lassen. Die Bereitstellung eines Flugzeugs ist jedoch immer ohne Garantie. Falls das Flugzeug gebraucht wird, weil ein anderes auffällt, muss man umdisponieren oder ein anderes Datum finden. Die Flugsicherheit und der Flugbetrieb müssen auf jeden Fall immer gewährleistet sein.

Hat man das Flugzeug, bedarf es an Spezialisten, die das Flugzeug öffnen und bedienen können. Das sind unsere lizenzierten Flugzeugmechaniker. Sie wissen auch, wie man auf die Grundbedürfnisse, die eine Filmcrew spontan stellen könnte, eingeht: wo kann man das hintere Licht im Flugzeug anstellen? Wo liesse sich für frische Luft die Klimaanlage mal kurzzeitig einstellen? Wo wäre der Stromanschluss für die Filmlampen, die eine bestimmte Anzahl Watt benötigen? Alleine die Bedienung der vielen unterschiedlichen Knöpfe im Cockpit erfordern eine jahrelange Ausbildung, regelmässige Trainings und Lizenzierungen. Daniel Frank, Production Manager von SWISS Line Maintenance hatte sich die notwendige Zeit reserviert.

Dann braucht es Verpflegung, die Rebekka über den Caterer von SWISS in Zürich, Gate Gourmet, organisiert hatte und eine Bewilligung für den Zutritt zum Sicherheitsbereich des Flughafens. Wer sich innerhalb der Umzäunung und im Zollauslandsbereichs des Flughafens Zürich bewegen will, muss einen Besucherausweis tragen. Dieser wird vom Flughafen ausgestellt. Sind all diese Faktoren berücksichtigt worden, kann es losgehen.

Anfang November war es dann soweit: in aller Früh haben Filmproduzentin Katrin Renz und Regisseur Stefan Jäger mit ihrer Filmcrew und den Schauspielern das Flugzeug in Beschlag genommen. Der berühmte Schweizer Schauspieler Mathias Gnädinger, bekannt aus den Kinofilmen „Der Untergang“ und „Das Boot ist voll“, spielt Anton Sommer, einen ehemaligen Schwingerkönig. Dessen Karriere endete mit einer Tragödie, durch die er seinen Lebensmut verliert. SeinTrübsal wird von dem 10-jährigen Hiro, gespielt von Loïc Sho Güntensperger, gestört. Dieser wohnt unter demselben Dach mit seiner Grossmutter, die auch gleichzeitig Sommers Vermieterin ist. Als diese stirbt, nimmt sich Sommer eher unwillig seiner an und Hiro wittert seine Chance von dem erfahrenen Schwingerkönig in seine Heimat Japan begleitet zu werden. Denn Hiro möchte ein grosser Sumotori, ein Sumoringer, werden. Geschickt erpresst Hiro den mürrischen Sommer. Damit beginnt ihre Reise nach Japan und hält für Sommer noch die eine oder andere Überraschung bereit. Der Beginn einer grossen Freundschaft und ein Brückenschlag zwischen den Kulturen. Passend zum 150. Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, das die Schweiz und Japan in diesem Jahr feiern.

Die Filmszenen des Überflugs nach Japan werden in der SWISS Economy Class gedreht. Die Crew ist mittlerweile dabei das Equipment aufzustellen. Gar nicht so einfach, die grossen Filmleuchten, die schweren Kameras mit Stativ sowie die Abblender richtig zu platzieren. Die limitierte Bewegungsfreiheit der Crew kommt noch hinzu. Üblich bei Film- und Foto Shootings ist es mit viel Warten verbunden. Zum Glück hat man in diesem Flugzeug für einmal freie Platzwahl und so ich setze mich zu ein paar Statisten japanischer Herkunft in die Business Class.

Und plötzlich geht es los. „And Action!“ ruft Regisseur Stefan Jäger ganz laut. „Bewaffnet“ mit Kopfhörern beobachtet er konzentriert den Monitor. Das Bild zeigt gerade Mathias und Loïc, die nebeneinander sitzen und souverän ihre Rolle spielen, aufgezeichnet von der Kamera bedient von Knut Schmitz und assistiert von seinem japanischen 1st AC Tetsuhiro Kato. Neben Stefan steht in völliger Ruhe Reto Stamm mit der Mikrofonangel und ebenfalls mit Kopfhörern. Immer wieder werden Licht und Kamera über die Sitze gehieft und verstellt. Die Lampen brennen heiss. Daniel Frank wird hinzugerufen und gebeten, kurz die Klimanlage zu bedienen. Die hochkonzentrierte Anspannung verbraucht Energie. So braucht es hin und wieder auch mal eine Pause. Diese Zeit nutzt Stefan, um seinen Schützling Loïc zu testen, was er an Filmerfahrung während der gemeinsamen Wochen mitgenommen hat: „Was heisst ‚it’s a wrap!‘ denn?“ fragt Stefan. Loïc antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Es ist abgedreht“.

Für die nächste Einstellung wird von aussen gefilmt. Dafür wird der Filmcrew ein Gerüst mit Leiter zur Verfügung gestellt.
Für die authentischen Flugszenen, werden am Schluss noch Umgebungsgeräusche aufgenommen. Cabin Crew Member xyz läuft dafür mit einem Trolley durch den Gang und gibt auf Bestellung der Komparsen diverse Getränke aus. Stefan ruft: „Roll sound… and action!“. Die letzten Szenen werden an diesem Tag noch in den Kasten kommen. Wir sind gespannt und freuen uns auf den Filmstart.

DER GROSSE SOMMER wird von der Impuls Pictures AG verliehen und voraussichtlich im Herbst 2015 schweizweit in die Kinos kommen. Das Drehbuch haben die Autoren Theo Plakoudakis und Marco Salituro geschrieben. Neben den genannten Schauspielerinnen und Schauspielern sind auch mit dabei: Sonja Riesen, Hanspeter Müller-Drossaart, Reto Stalder und Jonathan Loosli.

Weitere Informationen zum Film: http://tellfilm.ch/