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Maintenance Outstation Tel Aviv

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Unser SWISS Airbus A330-300 ist soeben gelandet, das Flugzeug rollt über das Vorfeld und aus dem Fenster kann ich in der Ferne bereits Palmen erkennen. Sobald sich die Flugzeugtüre öffnet, strömen mir –in der Schweiz bereits herbstliches Klima gewöhnt – angenehm warme Temperaturen entgegen.

Kaum habe ich das Flugzeug verlassen, begrüsst mich Oliver Groves, technischer Stationsleiter von SWISS in Tel Aviv. Zusammen mit seinem neunköpfigen Team ist er am „Ben Gurion“ – Flughafen dafür zuständig, dass die SWISS Flugzeuge bei Ankunft auf deren technischen Zustand geprüft werden. Während der Bodenzeit werden neben einer generellen Kontrolle diverse Funktionen am Flugzeug überprüft, die Triebwerke, die Hydraulik, die Reifen und Bremsen sowie weitere Komponenten und Systeme kontrolliert und bei Bedarf auch kleinere Reparaturen vorgenommen. Somit heben unsere Flugzeuge wieder in einem einwandfreien Zustand in Richtung Schweiz ab!

Seit eineinhalb Jahren lebt Oliver mit seiner Familie in Israel in einem Ort in der Nähe von Tel Aviv. Er ist einer von 80 bestens qualifizierten Stationsmechaniker, die weltweit auf den folgenden 17 Destinationen des SWISS Streckennetzes stationiert sind und unsere Flotte technisch betreuen:

SWISS Maintenance

Lizenzierte Fremdfirmen übernehmen den Unterhalt auf den nicht erwähnten SWISS Destinationen.

Nebst den SWISS Flugzeugen bestehen auch sogenannte Line Maintenance – Verträge mit anderen Fluggesellschaften. So unterhält Oliver’s Team in Tel Aviv neben denen der Lufthansa Gruppe unter anderem auch die Maschinen der US/AA Airways, British Airways und Korean Air und vielen weiteren Fluggesellschaften. Die Stationsmechaniker vor Ort benötigen daher die jeweiligen Ausbildungslizenzen der folgenden Flugzeugtypen: A320Fam, A330-300, A340-300, MD11F, B777F, B777, B747F, B744. Der Weg zum vollständig ausgebildeten und lizenzierten Flugzeugmechaniker ist sehr herausfordernd und dauert je nach Voraussetzungen bis zu sieben Jahre.

Oliver, geboren als Sohn einer Schweizerin und eines Engländers, hat nach seiner Ausbildung und einem zweijährigen Auslandsaufenthalt in Florida, wo er seine persönliche FAA Lizenz erwarb, und der anschliessenden Erlangung der erforderlichen Flugzeugunterhalt-Lizenzen in der Line Maintenance bei der Swissair / SR Technics in Zürich-Flughafen seine Karriere gestartet. „Schon bald hat mich mein Weg aber wieder ins Ausland geführt“, erzählt Oliver und so war er anschliessend in London und New York, Rom und vielen weiteren Stationen als SWISS Stationsmechaniker, tätig. Entsprechend international aufgewachsen sind seine beiden Söhne Timothy und Jamie (heute 5 und 7 Jahre), die in Rom auf die Welt kamen und nach einem kürzeren Abstecher auf der Station in Venedig seit anfangs 2013 mit ihren Eltern in Tel Aviv leben.

Oliver lebt seinen Beruf mit Leib und Seele und seine Passion für den unglaublich abwechslungsreichen Alltag eines Stationsmechanikers ist merklich spürbar. Täglich stellen er und sein Team sich neuen Herausforderungen, die meistens nicht voraussehbar sind. Sie müssen agieren, reagieren und plötzlich entstehen anspruchsvolle Situationen, die grösstes Konzentrationsvermögen abverlangen. Das Telefon klingelt ununterbrochen, diverse Flüge sind eben in Tel Aviv gelandet und einige Flugzeuge benötigen zum selben Zeitpunkt Unterstützung. „Priorisieren ist in solchen Situation alles“, meint Oliver und schon ist er verschwunden, unterwegs auf den Tarmac zu einem Flugzeug.

Ebenfalls herausfordernd gestalten sich oft auch lokale sprachliche Schwierigkeiten; wenn zum Beispiel ein amtliches Formular ausgefüllt werden sollte, Oliver der hebräischen Schrift jedoch nicht mächtig ist. Grosse Unterstützung erhält er dann vom SWISS Stadtbüro und von seinen lokalen Mitarbeitern. Überhaupt arbeitet er und sein Team mit vielen verschiedenen Stellen zusammen und die Kooperation und Kommunikation mit den Piloten und Cabin Crews ist ebenfalls immens wichtig.

Oliver kann sich sehr gut vorstellen, noch einige Jahre in Tel Aviv tätig zu sein. Insbesondere als Windsurfer der ersten Generation geniesst er die Vorzüge des Lebens direkt am Meer. Gespannt ist er aber jetzt schon, wohin sein Beruf ihn und seine Familie als nächstes bringen wird. Die SWISS Stationsmechaniker rotieren jeweils nach ungefähr fünf bis sechs Jahren auf eine andere Station. Die Zukunft bleibt auf jeden Fall spannend, in naher Zukunft wird die SWISS Flotte um die neuen „Pferde im Stall“, die Flugzeuge B777 sowie die CSeries, erweitert.