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Golden Gate Sunrise

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Einmal auf der Golden Gate Bridge zu stehen war für uns ein lang ersehnter Traum. Bei Sonnenaufgang über diese Brücke zu joggen übertraf jedoch all unsere Erwartungen.

Es ist erst kurz vor 7 Uhr als wir über den Highway 101 durch San Francisco gen Norden fahren. Schon von weitem können wir unser Ziel sehen: Die Golden Gate Bridge. Im dumpfen Morgenlicht thront sie majestätisch über der San Francisco Bay. Je näher wir ihr kommen, desto gewaltiger erscheint sie uns. Wir fahren auf einen kleinen Parkplatz auf der Südseite der Brücke. Nur wenige Besucher sind so früh bereits hier, um das Wahrzeichen von San Francisco zu bestaunen. Wir ziehen noch schnell unsere Joggingschuhe an, dann laufen wir los.
Die Meerluft ist kühl und klar. Kein Wölkchen am Himmel, kein Nebel in der Bucht. Was für ein Glück!

Wir laufen langsam, aber stetig. Nach wenigen Metern haben wir alle Touristen hinter uns gelassen. Dann passieren wir auch schon den ersten der zwei gigantischen Pylone, über die die Tragseile der Brücke laufen. Ein 227m hoher Stahlkoloss. Allmählich wird es heller. Alcatraz ist nun vor uns zu sehen und zu unserer Rechten die noch schwarzen Umrisse der Stadt, die bald aus unserem Blickfeld verschwindet. Ein paar Fischerboote tuckern in weiter Ferne durch die Bucht. Zwei Möwen streiten um ein Brotstück. Das Brummen der Autos, die an uns vorbei fahren, nehmen wir kaum wahr. Nach gut 17 Minuten haben wir die andere Seite der Brücke erreicht und machen kehrt. Nun haben wir einen herrlichen Blick auf die immer noch schwarze Skyline von San Francisco.

Dann beginnt ein überwältigendes Schauspiel. Mit einem Mal ist die Luft vom Geschrei der Möwen erfüllt. Wir bleiben stehen. Vor uns steigt nun langsam eine glühende Sonne hinter der Stadt hoch. Augenblicklich erstrahlt die eben noch graue Brücke in einem feurigen Rot. Der Himmel, das Meer, die ganze Bucht ist in ein warmes Orange getaucht. Im Meer unter uns sehen wir Seelöwen in den Wellen spielen. Von irgendwo begrüsst das Horn eines Bootes den neuen Tag.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir unseren Lauf fortsetzen. Immer wieder bleiben wir stehen, schauen, entdecken, geniessen. Als wir schliesslich wieder unser Auto erreichen, ist es vollends hell. Und während die ersten Busse mit dutzenden Touristen auf dem Parkplatz eintreffen, machen wir uns auf den Weg, zu einem gemütlichen Frühstück im Herzen von San Francisco.