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Nachts, wenn (fast) alles schläft

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Frühmorgens in der faszinierenden Welt der Hangars – ich treffe den Production Manager Laszlo Loerincz, der eben seine Nachtschicht beendet hat. Für mich ist es Zeit für einen starken Kaffee, um so richtig wach zu werden. Laszlo hat hingegen eine arbeitsintensive Nacht hinter sich und wird nun nach Hause fahren, um seinen wohlverdienten Feierabend zu geniessen.

Laszlo ist als Production Manager in der Hangar Maintenance tätig und dafür verantwortlich, dass alle geplanten sowie ungeplanten Arbeiten am Flugzeug rechtzeitig und unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ausgeführt werden.

In der Nacht, wenn die meisten von uns von Palmenstränden oder sonstigen paradiesischen Orten träumen, wenn die Passagiere beschäftigt sind, die Koffer zu packen und letzte Vorbereitungen für einen Geschäftstrip oder eine Ferienreise irgendwohin in die Ferne zu treffen; während diesen Nachtstunden sind bestens ausgebildete Techniker in Zürich sowie auch an weiteren Standorten damit beschäftigt, die SWISS Flugzeuge für die geplanten Flüge am nächsten Tag wieder einsatzbereit zu machen. Die jeweils 30 lizenzierten Flugzeugmechaniker sind in der Nacht in Zürich zuständig, die Flugzeuge zu prüfen, Inspektionen und bei Bedarf kleinere Reparaturen vorzunehmen und sie in einem technisch einwandfreien Zustand wieder für die Operation freizugeben.

Laszlo trifft jeweils abends um 19:30h im Hangar ein und verschafft sich zuerst einen Überblick über die aktuelle Lage und die Planung der durchzuführenden Arbeiten in der kommenden Nacht. Eine Stunde später treffen die Flugzeugmechaniker ein und dann verteilen die Lead Engineers während eines Kurzbriefings die Arbeitspakete an die zuständigen Mechaniker. Zwischen 21:00 und 23:00 Uhr landen die Flugzeuge aus allen Teilen Europas und werden für grössere Arbeiten wie Triebwerk-, *APU- oder Fahrwerkwechsel in den Hangar verschoben. Kleinere Arbeiten werden auf den Aussenstandplätzen, natürlich bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, erledigt. Nach 24 Stunden wird auf jedem SWISS Flugzeug der Kurz- und Langstreckenflotte ein sogenannter „Daily Check“ durchgeführt und im Laufe einer Woche zusätzlich ein „Weekly Check“. Die SWISS Maintenance führt ausserdem auf der Avro RJ100 Flotte sogenannte A-Checks nach jeweils 600 – 800 Flugstunden durch. Weitere Checks und die Generalüberholungen werden an spezialisierte Firmen untervergeben.

Um 01:00 Uhr folgt für die Schichtgruppe eine einstündige „Mittagszeit“. Anschliessend wird bis um 5:00 Uhr weiter gearbeitet, bis einige Flugzeuge für die Operation auf dem Tarmac bereitgestellt werden. Die Nachtschicht dauert bis um 07:30 Uhr, wobei dann auch noch die gesamten Arbeitspapiere im Zusammenhang mit den Maintenance-Arbeiten vervollständigt werden. Wenn die Übergabe der pendenten Arbeiten an die Frühschichtgruppe der Line Maintenance erledigt ist, macht sich Laszlo auf den Heimweg und beschäftigt sich dann zu Hause mit einem Sudoku oder liest in einem Buch. So kann er sich mentalen Abstand zur Nachtschicht verschaffen, bevor er sich seine „Nachtruhe“ gönnt.

Seit 20 Jahren arbeitet er während der Nacht und man kann es richtig spüren – es ist seine Welt. Er ist gerne in den Stunden wach und tätig, in denen die meisten Leute schlafen. Seine freien Tage verbringt Laszlo bei seiner Familie, die in einer ungarischen Stadt an der Donau, 50km südlich von Budapest, wohnt. Als lizenzierter Flugzeugmechaniker ist er 1990 in die Schweiz gekommen, hat in Basel auf den Flugzeugtypen Saab 340 und Avro RJ100 als Lead Engineer, später auch als Instruktor gearbeitet und ist 2003 nach Zürich gezogen. Seit 2011 ist er nun als Production Manager tätig. „Keine Nachtschicht ist vergleichbar mit einer anderen“, meint Laszlo. Und obwohl jeder Arbeitsschritt genauestens vorbereitet und durchgeführt wird, könne jederzeit ein unvorhersehbarer Umstand eintreffen. Dabei ist eine ausserordentliche Flexibilität durch die Dynamik eines Flugbetriebes unabdingbar. Proaktivität ist gefragt, immer ein oder sogar zwei Schritte voraus zu denken sowie bereit zu sein, sich auf jede neue Situation einzustellen und dabei natürlich stets einen kühlen Kopf zu bewahren.

SWISS Maintenance beschäftigt über 560 Mitarbeiter an den Flughäfen in Zürich, Genf und Basel sowie an 16 Aussenstationen und sorgt für den technischen einwandfreien Zustand der gesamten SWISS Flotte, so dass jedes unserer Flugzeuge Sie und alle SWISS Passagiere sicher und komfortabel an Ihr gewünschtes Ziel bringt.

*APU: Auxiliary Power Unit is a self-contained unit which makes the aircraft independent of external pneumatic and electrical power. Provides bleed air for engines start and air conditioning system as well as electrical power to supply the electrical system on ground.